Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- Die Delegiertenversammlung des Landesausschusses für Rheinland und Westfalen
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 686 (sequence 7)
- Language
- German
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6S6 Im oeutschen Reich. Die bisherige Leitung des Landesausschusses wurde einstimmig wieder gewählt und dann die Tagung mit einem kurzen Dankeswort des Vorsitzenden für die würdige, aufmerksame und interessante Gestaltung der Verhandlungen geschlossen. * Urof. Dr. Strack über den Antisemitismus. Für den ersten Band der in Edinburgh erschienenen DlasNngZ-Eim^Llo^aedia of Religions and Ethics” hat Herr Prof. Er. theol. H. L. Strack den Gegenstand „^nii8emnisrn^ bearbeitet. Da es unsere Bereinsmitglieder sicher interessieren wird, wie ein christlicher Theologe über diese Bewegung denkt, und welches Urteil er den britischen Lesern der Religions- und ethischen Encyklopädie unterbreitet, geben wir mit Erlaubnis des Verfassers nachstehende Auszüge aus seinen Ausführungen hier in deutscher Sprache wieder: I. Geschichtliches. Der Ausdruck „Antisemitismus", der vor etwa 30 Jahren gemünzt worden ist, bedeutet nicht etwa Widerstand gegen die Semiten im allgemeinen, sondern eine feindselige oder wenigstens unfreundliche Stimmung seitens der Arier gegen die Juden sowohl in gesellschaftlicher wie in wirtschaftlicher Beziehung. Zum ersten Male wurde der Ausdruck „Semitische Sprachen" im Jahre 1781 gleichzeitig durch die beiden Göttinger Professoren August Ludwig v. Schlözer und Johann Gottfried Eichhorn als eine umfassende Bezeichnung für solche Sprachen gebraucht, die von den Völkern gesprochen wurden, die zu dem in der Völkertafel in Genesis 10 genannten Schem in Beziehung gebracht worden sind. Der Bonner Professor Christian' Lassen war der erste, der die Ansicht ausgedrückt hat, die Semiten seien in mancher Hinsicht von den Ariern und andern Rassen verschieden gewesen. (Vgl. Indische Altertumskunde, Vol. I p. 414—417, Bonn 1847.) Lassen schreibt der indogermanischen Rasse eine „höhere und vollkommenere geistige Bedeutung" zu. Er sagt von den Semiten: „Ein kühner Unternehmungsgeist, ein energischer und zäher Mut, große Geschicklichkeit und ein feines Erkenntnis für die Be-