Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- Fakultäten oder Ministerien?
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 679 (sequence 5)
- Language
- German
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,'yaht!taicu ober Mimüerien. 67'> t]CiUC)cii7 so mag her Vonourf iufofern berechtigt sein, als der Arbeitseifer der betreffenden Persönlichkeiten wirklich nachgelassen hat. Aber der Grund liegt in der jahrelangen Verbitterung und in dem Stachel, den ein jeder empfindet, wenn er immer und immer wieder zurückgesetzt wird. Bei den M e d i z i n e r n liegt die Sache insofern anders, als sie in der Lage sind, neben ihrem Lehrberuf auch Praxis ansznüben. Da mag es sein, daß eine befriedigende Wirksannkeit in der Oeffentlichkeit die Aergernisse der Zurücksetzung an der Hochschule mit überwinden hilft. Bei den anderen Fakultäten fällt auch dieser Trost weg. Dabei gebe man sich nicht einer Täuschung hin. Wenn die Fakultäten und die Universitätssenate mit der Entschiedenheit, die in einer solchen Frage angebracht wäre, von den Ministerien verlangen würden, daß würdige jüdische Gelehrte Ordinarien würden, so könnten die Ministerien für die Dauer wenigstens einenn solchen Verlangen nicht entgegentreten. Wenn Fakultäten und Senate etwas durchsetzen wollen, so sind sie weit mächtiger, als die öffentliche Meinung vielfach anzunehmen geneigt ist, und schon nmncher Staats minister ist über die Antipathie von Hochschulfenaten gefallen, ohne daß man es vielleicht in weiteren Kreisen gewußt hat. Wir halten es deshalb für einen Irrtum, wenn man Althoff als alleinigen Sündenbock dafür hinstellen möchte, daß die Beförderungen von verdienten Juden ausgebliebeu sind. Vielleicht hat er sogar im Gegenteil manches noch für die Juden durchzusetzen verstanden. Mag denn aber auch fein wie ihm wolle: Wenn an dem Widerspruche von Althoff die Beförderung eines verdienten jüdischen Dozenten gescheitert wäre, dann war es die Pflicht und Schuldigkeit der Fakultäten, dagegen auch eventuell in der Oeffentlichkeit mit aller Energie zu protestieren. Das primäre Hure du liegt unter allen il in ft a n h e n £> e i den Fakultäten, u u d man hat noch nicht gesehen, daß e s nach d e m A u sscheide n Alt h o f f s a u s s e i n e r S t e l l n n g in dieser Beziehung besser g e >o o r d e n wäre. Und wie hat sich zu diesen Fragen der kürzlich abgehaltene Hochschullehrertag gestellt? Der Referent über die Frage des akademischen Nachwuchses hat überhaupt von den jüdischen Anwärtern nichts gesagt. Als wenn da gar nichts ans-