Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-10-01
- Page
- 590 (sequence 5)
- Language
- German
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590 Im deutschen. Ne ich. sind gewählt: als erster Vorsitzender Herr Kaufmann Carl W o l f f, Schulstraße 10, als zweiter Vorsitzender und Kassierer- Herr Kaufmann H n g o Ho m b e r g c r, als Schriftführer Herr Rechtsanwalt Jos. Strauß, Salbaustraße 9, als Beisitzer die Herren Kaufmann Berthold B o d e n h e i m e r und prakt. Arzt Or. Siegfried Loeb. — Wir erwarten, daß in diesem Herbst überall, wo eine größere Anzahl von Eentral-Vereins-Mitgliedern ihren Wohnsitz hat, sich Ortsgruppen bilden. Nur solchen wird es möglich sein, sich in der im Februar nächsten Jahres stattfindenden Deleg i e r t e n v e r s a in m l it n g ordnnngslnäßig vertreten 51t lassen. Kriefkaste«. E. K., Berlin. Wer sich davon überzeugen will, wie es mit der Volksfreundlichkeit der „De:rtsch-Sozialen" bestellt ist, braucht nur von dem Inhalt der von dem Mitbegründer dieser Partei, T h e 0 d 0 r F r i t s ch , herausgegebenen Zeitschrift „Hammer" Kenntnis zu nehmen. In den: von den Agrariern nicht ohne Grund mit Vorliebe zitierten Blatte war kürzlich zu lesen: „Hat die Gesellschaft sich doch bis zu dem W a h n s i n n des a l l g e nt e i n e n gleiche u W a h l r e ch t s verstiegen, um ja in jedem Blödling den Größenwahn zu erwecken, daß er den höchsten des Menschengeschlechts gleich stehe — natürlich auch in seinen Ansprüchen. . . . Der Volkswille ist krank, und es kann heute nichts Gefährlicheres geben, als diesen: kranken Volke allen Willen zu tun, ihm das S e lb st b e sti mmu n g s r e cht zu lassen. Es müßte schon jemand mit väterlich milder Strenge dieses Volk unter seine Obhut nehmen, um es gegen seinen Willen wieder gesund zu machen." — Der christliche Bestandteil des deutschen Bürgertums hätte wirklich allen Grund, sich vor diesen antisemitischen Kurpfuschern zu hüten, die es gar nicht mehr verhehlen, daß ihr Kampf gegen das Judentum nur ein V 0 r p 0 st e n g e f e ch t ist, daß ihr Frontangriff aber der gesamten Bürgerschaft gelten soll, um im deutschen Reich wieder mittelalterliche Verhältnisse zu schaffen. Den Antisemitismus bekämpfen, heißt deshalb nicht, das unverwüstliche Judentum verteidigen, sondern alle Errungenschaften