Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 533 (sequence 3)
- Language
- German
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VereinsnachrichLen. — Von einem Vereinsmitgliede aus Mühlhausen in Th ürin g en wird uns geschrieben: „Auf Raten meines Arztes habe ich im Juli d. I. eine Wvhnung in Gr.-Tabarz zu mieten gesucht und dies unbedenklich getan, da ich in Ihrer Liste antisemitischer Erholungsorte unter Gr.-Tabarz nur einzelne Villen verzeichnet fand, die keine Juden aufnehmen. Auf mein an die Besitzerin der Villa Obrist, Frau H. Burkh a r d t in G r. -Tabarz, gerichtetes Schreiben erhielt ich zunächst zwei vom 6. und 9. Juli datierte entgegenkommende Mitteilungen, dann aber die vom 12. Juli datierte folgende Mitteilung: „Zu meinem großen Bedauern muß ich Ihnen mitteilen, daß in ganz Tabarz nur Kurgäste christlicher Konfession ausgenommen werden. Ich kann und darf nicht gegen die allgemeinen Ortsvorschriften handeln, so leid es mir auch tut. Vielleicht wenden Sie sich einmal nach Friedrichsroda." Wir tragen nach dieser Mitteilung kein Bedenken, in unserer Liste der antisemitischen Erholungsorte Gr.-Tabarz als vollständig antisemitisch zu verzeichnen. — Das Fest der goldenen Hochzeit, das Herr Rabbiner Dr. Freund in Görlitz mit seiner Gemahlin am 28. Juni d. I. feierte, hat die Verehrer des verdienten Rabbiners und die zahlreichen Freunde des Jubelpaares zu herzlichen Ehrungen desselben veranlaßt. Der Central-Verein, dessen Förderung Herr Dr. Freund seit 12 Jahren sich stets angelegen sein ließ, sandte dem Jubilar ein Glückwunschschreiben. — Mit besonderer Befriedigung teilen wir mit, daß einer unserer verdientesten Vertrauensmänner, Ehrenbürge r H einr i ch Co h n in L i e g ni tz , am 31. Juli d. I. in körperlicher und geistiger Frische seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert und bei dieser Gelegenheit auch in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadtverwaltung in Liegnitz von beu dortigen städtischen Behörden festlich begrüßt worden ist. Der Vorstand und die Repräsentanten der Synagogen-Gemeinde überreichten dem Jubilar sein von Max Weese in Berlin, einem geborenen Liegnitzer, gemaltes, kostbar gerahmtes Bild, das im Sitzungszimmer des Gemeindevorstands seinen Platz