Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Berlin
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 522 (sequence 5)
- Language
- German
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522 Im deutschen Reich. Mittel zur Beschaffung des Denkmals find durch ein Komitee in bemerkenswert kurzer Zeit beschafft worden, da die Herrscher der beiden „Schwarzwaldländer", der König von Württemberg und der inzwischen verstorbene Großherzog Von Baden, sich mit namhaften Beiträgen an die Spitze der Spender stellten. Bor fünfundzwanzig Jahren, bald nach Auerbachs Tode, hatte auf Anordnung des Großherogs von Baden Prof. Bolz in Karlsruhe eine Porträtbüste des Dichters hergestellt, die allgemein als überaus lebensvoll bezeichnet wurde. Nach dieser Büste soll derselbe Künstler das Denkmal schaffen. — Ende Mai d. Js. verlautete, daß seitens des Proviantamts zu Co b lenz der Bezug des Fleisches geschächteter Tiere fortan abgelehnt werde, weil d a s S ch ä ch t e n „festgestelltermaßen eine unerwünschte Tierquälerei" bedinge und daher „auf Anregung der Königlichen Regierung zu Eoblenz" für den Bereich der Militär-Verwaltung verboten worden sei. Im Hinblick auf die prinzipielle Bedeutung, welche dieser Verfügung, namentlich durch ihre Begründung, innewohnt, hat sich die „F r e i e Vereinig u n g f ü r die I n - ter essen des orthodoxen Judentums" veranlaßt gesehen, bei sämtlichen beteiligten Behörden gegen diese Disqualifikation einer jüdisch-religiösen Einrichtung Verwahrung einzulegen. Der Herr Regierungspräsident zu Eoblenz erklärte, daß es ihm völlig fern liege, in dem ihm unterstellten Verwaltungsbezirke die Befugnisse der jüdischen Bevölkerung in bezug auf das Schächten nach jüdischem Ritus zu beeinträchtigen oder eine Aufhebung der in dieser Beziehung geltenden Bestimmungen vorzubereiten. Inzwischen ist der „Freien Vereinigung" die Nachricht zugegangen, daß die Militär- Intendantur zu Eoblenz unter Zustimmung des Regierungspräsidenten, sowie n a ch e i n g e holt e r G e n e h m i g n n g des K r i e g s m i n i st e r i u m s die b e a n st andete Be r - fügungausgehoben hat. * Köln et. Rh., 9. August. Die hiesige Stadtverordneten- Versammlung hat dem j ü d i s ch e n L e h rer- S e m i n a r vom 1. April d. Js. ab einen jährlichen Zuschuß von 1500 M. bewilligt. - - Der „Kölner Zeitung" wird aus Düsseldorf berichtet: „Vor kurzem traf bei der Polizeiverwaltung ein Telegramm aus Köln ein, wonach einer Geschäftsfrau