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Im deutschen Reich · 1908-09-01 · Heft 9 (September 1908) · p. 506

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 9 (September 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-09-01
Page
506 (sequence 2)
Language
German
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Im deutschen Reich. 0Ö6 mitischen Politikern so oft beteuerten ntonarchischen Gesinnung charakteristisch ist. Das Antisemitenblatt richtete an den Monarchen eine förmliche Strafpredigt, die mit; „W i r verstehen unfern Kaiser nicht!" überschrieben war und mit den Worten schloß: „Wir ßoffen auf Erklärungen, die unsere ernsten Befürchtungen als grundlos hinstellen. Schwindel hat das Judentum schon oft betrieben, um sich bemerkbar zu machen, hoffentlich auch in diesen: Falle. Die genügende Aufklärung m u ß s ch n e l l k o m men, d a m i t wieder v o l l e s V e r t r a ue n u n d B e r st ä n d n i s z wischen de nt ganzen Volk c u n d 1 einem K aiser h e r r scheu kann." Auf dieses antisenntische Ultimatum ist bisher keine Antwort erfolgt; und wird wohl nie eine erfolgen, denn in den maßgebenden Kreisen ist man sicher davon überzeugt, daß diese Dreistigkeit nicht, auf „Männerstolz vor Königsthronen", sondern nur auf eine verzweifelte Angst vor einer etwaigen „neuen Aera" zurückzuführen ist. Wenn die „Deutsch-Sozialen Blätter" einfließen ließen, es sei wohl nur ein „I u d e n s ch winde l", daß die Mahnung des Kaisers an die preußischen Kommandobehörden, bei der W a h l von Offizieren künftig auf die K on - f e s s i o n keine R ü ck s i ch tue h nt e n z n l a s s e n , den Zweck habe, den Juden den Eintritt in das. Offizierkorps zu ermöglichen, war dies eine Unterstellung, die nirgends Glauben gefunden hat, weil die ersten Mitteilungen über den angeblichen kaiserlichen Erlaß in den „Deutsch-Sozialen Blättern" und in einigen wenig judenfreundlichen Blättern, wie z. B. in der „Märkischen Volkszeitung", zu finden waren. Als dann die agrarische „Deutsche Tageszeitung" und eine ganze Reihe konservativer Blätter den Erlaß dahin auszulegen versuchten, es sei ebenso selbstverständlich, daß alle christlichen Bekenntnisse bei der Wahl zum Offizier gleichbedeutend seien, als daß ferner nach wie vor geprüft werden müsse, ob sich der Bewerber seiner ganzen Persönlichkeit nach zum Offiziere eigne, äußerte sich zwar die katholische „Germania" zustimmend, aber sie wurde sofort von einem andern Zentrumsblatt widerlegt. Der „Bayerische Courier" er klärte nämlich, da man protestantische und katholische Offiziere schon seither im Heere gehabt habe, könne der Erlaß n it r den eine n Z w e ck h n b e u , d e n I u de n den

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