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Im deutschen Reich · 1908-09-01 · Heft 9 (September 1908) · p. 505

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 9 (September 1908)
Article
Die Judenlandtage in Kurhessen
Date
1908-09-01
Page
505 (sequence 7)
Language
German
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Umschau. 505 Die Kosten der Landtage hatten die Juden selbst zu tragen; sie stellten sich auf 5—600 Taler. Der Landtag 1736 zu Melsungen verursachte eine Ausgabe von 405 Taler 12 Alb. 4 Heller, lieber jeden Heller Ausgabe wurde genaue Rechnung abgelegt; die Vorsteher liquidierten auch die kleinste Ausgabe; es fehlt in den Angaben selbst nicht die Ausgabe für Brot, Kaffee und Branntwein auf den Reisen. Auch mit sozialen Einrichtungen hatte sich der Landtag zu beschäftigen: über Mündelgelder (Landtag 5461 a. m.), Rabbiner-Sporteln (5464), Anordnung gegen den Kleider- -luxus und Verbot des Kartenspiels (5479); über die Talmuo- Tora-Kasse, Freitische der „Studenten" (Bachurin), Abgaben; bei Hochzeiten, Teffilin, Mesussoh, Paradiesäpfel u. a. (Landtag 5498, 1738). Die vielen Anordnungen sind im Konstituteubuch ausgezeichnet?) Die Umgestaltung der politischen Verhältnisse am Beginn des 19. Jahrhunderts machte die Landtage entbehrlich. Im ehemaligen Kurhessen entfaltete das Königlich Westfälische Konsistorium der Israeliten zuerst seine Tätigkeit. Nachdem der Kurfürst wieder in sein Land zurückgekehrt war, erfreute er auch die Israeliten durch ein freiheitliches Gesetz (Mai 1816). Dieses wurde durch Gesetze von 1823 und 1833 erweitert, und die beiden letzteren wirken heute noch segensreich und werden sicherlich bei der beabsichtigten Judengesetzgebung in Preußen die weitgehendste Beachtung finden. * Umschau. it den „Deutsch-Sozialen Blättern" hat vor wenigen Wochen O Hennigsen dem Unmut seiner antisemitischen Gesinnungsgenossen über einen angeblich an die Armeekommandos ergangenen, die Wahlen zürn Offizien betreffenden kaiserlichen Erlaß in einer Weise Ausdruck verliehen, die für den Wert der von den antise- *) Dr. Munk, Provinzialrabbiner in Marburg, in der Festschrift zuin 70. Geburtstag Dr. I. Hildesheimers.

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