Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Verkehr mit Rußland
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 497 (sequence 15)
- Language
- German
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Verkehr mit Rußland. 497 geheimnisvoll zurückgezogen, ohne davon den Mann zu benachrichtigen, der im Bürgerschaftsbureau dagegen protestiert und dadurch unsere Anfrage veranlaßt hat — meinen Kollegen für Newyork (Mr. Goldfogle)? Warum taten Sie das, wenn nicht um unserer Anfrage vorzubeugen. Wenn es als richtig galt, vor acht Monaten ein Zirkular zu veröffentlichen, in dem gesagt wird: „Dieses Departement wird keine Pässe erteilen an frühere russische Untertanen oder an Juden, die nach Gebieten Rußlands zu reisen beabsichtigen, ohne die Gewißheit zu haben, daß die russische Regierung mit ihrer Zulassung einverstanden ist" — warum haben Sie das heimlich und eiligst in der vorigen Woche zurückgenommen? Wir sind berechtigt zu erfahren, was das bedeutet. Meine Herren, Sie sind hier nicht als Einzelpersonen, sondern als Vertreter des großen amerikanischen Volkes. Sie vertreten Millionen von Amerikanern, die ein Anrecht darauf haben zu erfahren, was in dieser Sache vorgeht. Ich sage Ihnen, es gab noch vor kurzem eine Zeit, in der der Kongreß die auswärtigen Angelegenheiten dieses Landes praktisch leitete, aber heute lassen Sie sich vom Staatssekretär einreden, es sei indiskret, seinen Handlungen nachzuforschen, und Sie beantragen, sanftmütig das Haupt zu neigen und sich der Rute zu fügen. Das ist nicht amerikanisch. Ich rufe Sie auf, meine Herren, die in der Resolution beantragte Anfrage durchzusetzen, um alles zu erfahren, was die Verwaltung über diese Angelegenheit zu sagen hat. (Beifall.) — — Nach weiteren Auseinandersetzungen betonte Mr. Capron, der Anregung seines Ausschußkollegen, des Herrn aus Newyork, sei doch schon genügend Rechnung getragen durch die Erklärung, daß das Zirkular der Staatsverwaltung nur den Zweck gehabt habe, die amerikanischen Bürger russischjüdischer Abkunft davor zu behüten, durch Erlangung freier Passe sich selbst in Verlegenheiten und in einen Konflikt mit den russischen Gesetzen zu bringen. Jetzt wo die Staatsverwaltung mitten in den Verhandlungen stehe, die noch zu keinem Abschluß gelangt seien, sei es unweise, von ihr eine Veröffentlichung des Briefwechsels zu verlangen, zumal das Arrangement doch so weit schon vorgeschritten sei, daß das Departement ein Zirkular herausgeben konnte, daß Pässe im allgemeinen erteilt werden und nicht mehr versagt würden