Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Verkehr mit Rußland
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 492 (sequence 10)
- Language
- German
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492 Im deutschen Reich. gründung unserer Regierung festgelegt wurde, Ausdruck. Das ist -der Grund, weshalb diese Frage bei uns eine brennende war, ist und sein wird, daß sie immer wieder akut werden und in einiger Zeit derartig wieder auftauchen wird, daß sie die freundlichen Beziehungen, die stets zwischen Rußland und den Bereinigten Staaten vorhanden waren, ernstlich stören dürfte. Abgesehen von der Annahme, daß die Behandlung, die Rußland manchem unserer geachteten Bürger angedeihen läßt, eine unnötige Bedrückung bedeutet, beeinflußt, wie Ew. Exzellenz wissen, die öffentliche Meinung bei uns teilweise sowohl die äußeren wie die inneren Anlegenheiten, und wenn diese öffentliche Meinung auf einem Grundsatz fußt, wie dies in den Vereinigten Staaten der Fall ist, kann fie von denen nicht unbeachtet gelassen werden, die bisher diese Beziehungen unterhalten haben, die meine Regierung gern auch ferner mit diesem großen Kaiserreiche und seinem mächtigen Herrscher erhalten sehen möchte." Das waren starke Worte, starke und mannhafte Worte, würdig der amerikanischen Nation. Aber was wurde durch sie erzielt? „Parturiunt montes, nascetur ridiculus raus." Was ist denn nun das Ergebnis aller unserer jahrelangen staatsmännischen Arbeit, das Ergebnis der nur halbverhüllten Drohungen des Gesandten Me. Cornick bei der Uebergabe der Resolution dieses Hauses gewesen? Man ist bei dem Rundschreiben vom 28. Mai 1907 und dem Begleitschreiben des Staatsdepartements angelangt. Wir haben nicht nur unseren festen Standpunkt aufgegeben, sondern die russischen Beamten brauchen auch nicht einmal mehr an der Grenze das kaiserliche Edikt zu erzwingen; unser eigener Staatssekretär ist willig, dies für sie in dem Staatsdepartement zu besorgen, indem er unfern eigenen Bürgern die Pässe versagt und ihnen den Schutz ihrer eigenen Regierung vorenthält. Und warum? Und warum? Nur darum, weil sie Juden sind! Welcher Name, frage ich Sie, steht als Unterschrift aus dem Zirkular? Ist es der Name von Nikolai II., Kaiser aller Reussen? Nein; es ist der Name des amerikanischen Staatssekretärs E l i h u R o o t. Früher hat der russische Generalkonsul in Newyork für seinen kaiserlichen Herrn diese widerwärtige Pflicht erfüllt — spater Lat es für ihn dieses Staatsdepartement. Man höre,