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Im deutschen Reich · 1908-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1908) · p. 471

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1908)
Article
Jüdische Apologetik im neutestamentlichen Zeitalter [Rezension]
Date
1908-07-01
Page
471 (sequence 3)
Language
German
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Bücherschau. 471 Ein besonderes Verdienst erwarben sich die palästinensischen Lehrer um die Verteidigung des jüdischen Gottesg l a u b e n s , seine Reinerhaltung gegenüber den Zweifeln der Philosophen und der Trübung im alexandrinischen Judentum, im Christentum und Gnostizismus. Ein großer Teil der apologetischen Arbeit erstreckte sich darauf, die Bedeutung des vielfach angefeindeten religiose n Gesetzes hervorzüheben, das nach der Meinung der Apologeten geeignet wäre, die ganze Menschheit zur höchsten Glückseligkeit zu führen. Gegen die heidnische Behauptung, daß der Sabbath nur die Trägheit fördere, wird auf die von ihm ausgehende seelische Erhebung hingewiesen. Der paulinischen Auffassung gegenüber, daß das Gesetz dem Volke Israel um seiner Verderbtheit willen gleichsam als Zuchtmeister gegeben sei, betonen die palästinensischen Lehrer, daß die Gebote Heiligungsmittel seien, die Gott aus Liebe seinem Volke gab. Der von philosophisch gebildeten Juden und Heiden bekämpfte A u f e r st e h u n g s g l a u b e würde nicht bloß von den jüdischen, sondern auch von christlichen Apologeten durch Beweise aus der Bibel und aus der Natur verteidigt. Während aber im Christentum die Lehre von der Auferstehung zu einem zentralen Dogma wurde, haben jüdische Religionsphilosophen späterhin nur vereinzelt diesem Glauben einen Platz in ihrem religiösen Lehrgebäude angewiesen. Daß man sich bemühte, die Behauptung der Verwerfung Israels zurückzuweisen, ist leicht erklärlich. Gab auch die Zerstörung des Tempels und die Zerstreuung den Heiden und Christen scheinbar recht, so hatte man doch die Leiden als Erziehungsmittel betrachten gelernt, und man war davon überzeugt, daß die Liebe Gottes zu Israel nicht aufhöre. Zum Schluß weist der Verfasser auf die verleumderischen Fabeln judenfeindlicher griechischer Schriftsteller hin, z. B. daß ein goldener Eselskopf im Tempel angebetet werde. Auch derartige Angriffe zurückzuweisen, ließ sich die Hagada angelegen sein. Die jüdische Apologetik dieses Zeitalters war im Grunde ein Kampf der jüdischen gegen die griechische Weltanschauung, ein Kampf, der bereits zurzeit Alexanders des Großen begonnen hatte.

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