Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- Jüdische Apologetik im neutestamentlichen Zeitalter [Rezension]
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 469 (sequence 1)
- Language
- German
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Bücherschau. 469 Kncherschair. Jüdische Axologetik rin neutestainentlichen Zeitalter:. Von Dr. I. Bergmann, Rabbiner in Frankfurt a. O. Berlin, Georg Reimer, 1908. Preis 3,50 Mt. Den in den letzten Jahren erschienenen- Schriften zur Apologetik des Judentums schließt sich die Arbeit des Verfassers würdig an. Sie will zwar nur als eine geschichtliche gelten; doch Liegt es in der Natur des Stoffes, den sie behandelt, daß die Darstellung zugleich eine Apologie des Judentums enthält. Unstreitig ist die Periode, die der Verfasser in Betracht zieht, hinsichtlich der Apologetik die interessanteste und. bedeutsamste. War der jüdische Staat der Uebermacht der Römer unterlegen, so mußte, wenn nicht die Judenheit ganzuntergehen sollte, die jüdische Lehre gefestigt werden. Denn auch ihr drohten mancherlei schwere Gefahren, und den Lehrern des Judentums erwuchs die Aufgabe, die von verschiedenen Seiten zugleich erhobenen Angriffe gegen die jüdische Religion zurückzuweisen. Eine eigentlich systematische Apologetik finden wir nur bei den hellenistischen Juden, die ja auch in der Diaspora mehr Gelegenheit fanden, ihre Lehren zu verteidigen, während die palästinensischen Lehrer mehr danach trachteten, den inneren Ausbau der jüdischen Lehre zu fördern. Aber auch die palästinensische Hagada bietet uns viel apologetisches Material, besonders in den mit Gegnern des Judentums geführten Religionsgesprächen, die der Verfasser für glaubwürdig halt, wenn auch die Namen der disputierenden Gegner nicht historisch zu sein brauchen. Die Verteidigung war nach verschiedenen Seiten hin nötig, gegen Juden und Nichtjuden. Die Gefahr, die von den Häretikern im eigenen Lager ausging, durfte nicht unterschätzt werden. Die hellenistischen Juden standen infolge ihrer griechischen Bildung und des Verkehrs mit den Heiden den Lehren des Judentums kritischer gegenüber; viele leugneten die Auferstehung und den göttlichen Ursprung der Lehre, und ihre Lebensweise stand nicht im Einklang mit dem jüdischen Gesetz. Zum Schutze der Autorität der Bibel wurde ihnen von den palästinensischen Lehrern der Anteil an der zukünftigen Welt abgesprochen.