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Im deutschen Reich · 1908-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1908) · p. 403

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1908)
Article
Der Humanist Reichlin als Verteidiger des jüdischen Schrifttums
Date
1908-07-01
Page
403 (sequence 1)
Language
German
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Der Humanist Reuchlin als Verteidiger des jüdischen Schrifttums. 403 Aer Kunmnist Aeuchkin als Verteidiger des jüdischen Schrifttums. Vortrag des Herrn Stadt- und Konferenz-Rabbiners vr. Appel- Karlsruhe, gehalten üt der ordentlichen Mitgliederversammlung des Central-Vereins am 25. Februar 1908. III. (Schluß.) Noch deutlicher als in seinem Schreiben vom 11. März 1512 äußerte sich Reuchlin in einem späteren Brief an Kollin, in dem er sagte, dieser habe recht getan, die Fakultät von Gewaltmaßregeln gegen ihn zurückzuhalten, denn dies wäre nicht minder im Interesse der Falkultät als in seinem. Er sei wohl beraten und habe so mächtige Beschützer hinter sich, daß jedes unbesonnene Vorgehen gegen ihn seinen Gegnern übler als ihm selbst bekommen würde. Ein Streit sei leicht anzusangen, aber schwer beizulegen, das hätten nicht allein er, sondern auch sie zu bedenken. Auf seiner Seite ständen eine große Zahl von Poeten und Historikern, die ihn als ihren Lehrer verehrten und die ein so großes ihm zugefügtes Unrecht dem ewigen Andenken übergeben und sein unschuldiges Leiden schildern würden zur ewigen Schmach der Kölner Hochschule. Damit hatten die brieflichen Verhandlungen ihr Ende erreicht. Reuchlin ließ einige Tage später die versprochene Schrift erscheinen: „Ain clare verstentnus in tütsch uff Doetor Johansen Reuchlins ratschlag von den juden büchern vormals auch' zu latein imm Augenspiegel ußgegangen". Reuchlin glaubte auch jetzt noch an eine gütliche Beilegung des Streits und war daher, wie er in einem Briefe vom 1. Oktober an Johannis Hiltebrand in Tübingen schreibt, zuerst sehr erschrocken, als ihm dieser die von Arnold von Tungern verfaßte und auf der Frankfurter Herbstmesse zum Verkauf gestellte Prüfung seines Augenspiegels einsandte. Diese Schrift, die den Titel führt: „Articuli sive propositiones de judaieo favore nimis suspectae etc.“ zerfällt in drei Teile: 1. die angeblich falschen Behauptungen Reuchlins im Augenspiegel, 2. eine Reihe von Schmähungen gegen die Juden und den Talmud, die in höchst geschmackloser Weise alphabetisch

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