Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1908)
- Article
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur [Rezension]
- Date
- 1908-06-01
- Page
- 381 (sequence 3)
- Language
- German
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Büch erschau. 381 des von ihm behandelten Schriftstellers als Beispiel befolgen sollen: „Als Inden, daß wir wie er den Kampf aufnehmen gegen Untugenden und Laster und bei aller Wahrung der Eigenheit und der 1000 jährigen Kultur uns voll und ganz anschließen dem Lande, dem wir durch Geburt und Bildung angehören, jeden Gedanken an eine nationale Existenz aufgeben und jeden törichten 2xaiurt eines Volkstums. Als Deutsche, daß wir wie er jede Unterdrückung der Freiheit als eine Schmach betrachten, als Menschen, daß wir wie er mit heiterem Optimismus und schönem dem Siege des wahrhaft Guten vertrauen." Der Bericht über das Jahrbuch würde unvollständig sein, wenn wir nicht seiner drei vorzüglichen belletristischen Beiträge gedächten. Auch sie enthalten insofern ein belehrendes Element, als jeder von ihnen eine besondere Sphäre jüdischen Lebens mit Geschick zeichnet. Ein von Lin nachgebildetes Gedicht des ostjüdifchen Dichters Frag packt uns durch seine poetische Kraft, eine Erzählung von Josefa Metz unt> eine Novelle von Heinrich Iork-Steiner erquicken durch ihren herzerfreuenden Humor. Berlin. C. G. K. L. Jahrbuch 1908. Herausgegeben von Dr. Bruno Weil. Verlag von Josef Singer, Buchhandlung, Straßburg i. E. und Leipzig, 1908. Wie Antäos nach der klassischen Sage durch jede Berührung mit der Erde, der er entsprossen war, neue Straft gewann, so wirkt aus jeden gebildeten reifen Mann die Berührung mit der akademischen Jugend erfrischend. Sie flößt ihm neuen Kampfesmut ein; denn sie erfüllt ihn mit der Zuversicht, daß die Jugend, die die Zukunft für sich hat, sich auch für seine Ideale begeistert, daß sie für diese mit Gut und Blut einstehen wird. Weiß er auch, daß er das gelobte Land der wirklichen Gleichberechtigung der deutschen Juden selbst nicht mehr erreichen, daß er, was er und feine Zeitgenossen gesäet, nicht mehr ernten wird, so macht ihn dies nicht weichmütig. Er braucht den jugendlichen Kämpfern nicht erst zuzurusen: Fürchte Dich nicht und zage nicht! denn er sieht, daß sie ohnehin ein stolzes Selbstbewußtsein und ein frischer Mut beseelt, der das Beste hoffen läßt.