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Im deutschen Reich · 1908-06-01 · Heft 6 (Juni 1908) · p. 368

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 6 (Juni 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-06-01
Page
368 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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368 Im deutschen Reich. dazu benutzt worden ist, uns insgesamt bis jetzt gegen 450 neue Mitglieder anzumelden und auch eine größere Anzahl vor: Beitrittserhöhungen uns anzuzeigen. Wir drücken allen, die aus diese Weise unsere Bestrebungen gefördert haben, hiermit unfern Tank aus und hoffen, daß noch eine, größere Anzahl Beitrittskarten, in ähnlicher Weise ausgesüllt, in unfern Besitz gelangen wird. Je mehr der Verein sich vergrößert, je mehr seine finanziellen Hilfsmittel verstärkt werden, desto aussichtsvoller gestaltet sich unser Kampf für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens. — Die jüngste Central-Vereins-Gruppe Schönebexg hat am 29. April in dem großen Mozart-Saale eine, gutbesuchte Versammlung abgehalten, die einen sehr anregenden Verlauf nahm, und eine ansehnliche Zahl von Gästen veraulaßte, sich teils sofort, teils bald nach der Versammlung dem Central-Vereine als Mitglieder anzuschließen. Nach einer Begrüßungsansprache des Herrn Or. Georg Joachim hielt der erste Vorsitzende des Gruppenvorstandes, Herr Stadtverordneter Rechtsanwalt Leopold G o t t s ch a l k, einen Vortrag über das Thema: „S i n d die d e u t s ch e n Juden g l e i ch b e r e ch t i g t?" Der Redner schilderte in lebhaften Farben, wie in Deutschland der Kamps um die Gleichberechtigung der Juden vor etwa hundert Jahren seinen Anfang nahm, die preußischen Juden unter dem Einfluß der liberalen Staatsmänner durch das Edikt vom Jahre 1812 endlich in eine bessere Stellung gelangten, sich dann in dem Befreiungskriege durchaus würdig erwiesen, aber trotzdem durch einen auf dem Wiener Kongreß zuwege gebrachten Diplomatenkniff wieder um einen Teil der Errungenschaften geprellt wurden. Unter dem Einfluß der „H eiligen A l l i a n z" und der Machtstellung des Zaren Nikolaus auch in Preußen noch mehr herabgedrückt, erfuhren sie erst im Jahre 1847 eine Besserung, weil der freiheitliche Aufschwung in Frankreich auch auf Preußen zurückwirkte und zu einer einheitlichen Ordnung der jüdischen bürgerlichen Verhältnisse durch die Judenordnung vom Jahre 1847 den Anlaß gab. Dieses Judengesetz war aber nicht so freisinnig wie das Edikt von 1812, regelte zwar die Verwaltung der Synagogen-Gemeinden, ließ aber den jüdischen Kultus und die

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