Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-06-01
- Page
- 361 (sequence 15)
- Language
- German
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Korrespondenzen 331 Autzlanö. wo die dritte Duma kaum Anspruch darauf inacht, als parlamentarisches Forum zu gelten, hätten die antisemitischen Fanatiker Krupenskh und Purischkewitsch ihren aus vollständige Entrechtung der Juden hinauslaufenden Antrag, „alle Juden zwischen 18 und 50 Jahren gegen eine Jahreszahlung von zehn Rubel von der Militärpflicht zu befreien", zweifellos durchgesetzt, wenn nicht der freisinnige Redner Roditschew den Mut besessen hätte, die Abscheulichkeit dieses Vorschlages und seine voraussichtlichen traurigen Folgen für Rußland mit scharfen Worten darzulegen. Seine Rede schloß mit den Worten: „Der Antisemitismus ist der Sozialismus der Dummen. Gebt den Juden Rechte; ihr könnt ihnen alsdann auch Pflichten auferlegen! Betretet den Weg des Rechts und der Gerechtigkeit; das ist der Weg, ein starkes und mächtiges Rußland, eine starke und mächtige Armee zu schaffen." Daraus wurde der antisemitische Antrag mit bedeutender Stimmenmehrheit abgelehnt. Der antisemitische Verband des russischen Volkes steht zwar mit den konservativen Mitgliedern der Duma in so enger Verbindung, daß von dieser Volksvertretung für die Juden wenig zu hoffen ist, aber immerhin ist sie doch die einzige Instanz, die sie anrufen können und werden und in der die Sprache der Wahrheit und des Rechtes hoffentlich nicht ganz verhallen wird. A. L. Korrespondenzen. Berlin, 20. Mai. Z u nt Berg n ü g e n d e r T e u t s ch - N a t i o n a l e n Handlungsge hülfe n trügt es bei, lueim jüdische Chefs sich dieser, in jüdische Geschäfte nicht gehörigen Elemente entledigen. So schreibt die D. H.-Wacht vom 1. Mai 1908 im Briefkasten: Die jüdische Firma I. Bahr, Eisenwarenhandlung Karlsruhe, hat bereits mehrere Angestellte vor die Wahl gestellt, aus unserem Verband auszutreten oder die Stellung zu verlassen. Unsere Mitglieder haben mit Vergnügen die Stellung aufgegeben. Firmen, die auf diese Weise gegen