Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- Berlin
- Date
- 1908-04-01
- Page
- 228 (sequence 2)
- Language
- German
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228 Im deutschen Reich. Auskunft darüber bitten, ob denn wirklich das Berliner Lehrerinnenferninar eine evangelisch-konfessionelle Anstalt und nicht wie bisher eine p a r itätis ch e A n ft a l t sein soll." — Eine Auskunft, wurde darauf zunächst nicht erteiit. Als am Tage darauf der Adg. Roseuow fragte, ob auch bei den in Aussicht gestellten Seminaren konfessionelle Rücksichten obwalten würden, erklärte aber der K nltusmi n i st e r Dr. H olle, daß die staatlichen Lehrerinnenseminare paritätisch seien, dagegen das L e h r e r i n n e n s e in i n a r an der A u g u st a s ch u l e in Berlin, für eine st i f t u n g s - g e m ä ß e v a n g e l i s ch e A n st a l t gelte —- nüe rveit mit Recht, wolle er noch nachprüfen. — Ueber die an maßgebender Stelle vorhandene Auffassung der durch das n e n e p r e n ß i s ch e B o l k s s ch u l- 11 it t e x h a l t u n g s g e s e tz g e f ch a f f e n e n Lage des j üd i s ch e n R e l i g i o n s u n t e r r i ch t s hat der D e u t s ch - Israelitische Gemeindebund Erkundigungen eingezogen und infolge der erhaltenen Auskunft etwa 400 kleine preußische Bundesgemeindeu mittels Rundschreiben über die von ihnen zur Erlangung eines kommunalen und staatsseitigen Zuschusses zu unternehmenden Schritte wie folgt unterrichtet: Beträgt die Zahl der jüdischen Kinder einer Gemeinde, die die öffentlichen, d. h. die christlichen Bolkssihumn des Ortes besuchen, dauernd 12, und wird der jüdische Religionsunterricht für diese Kinder von der Synagogengemeinde eingerichtet und erhalten, so ist die Kommune gesetzlich verpflichtet, der Synagogen- Gemeinde eine Beihilfe zur Besoldung der von ihr bestellten Religionslehrer zu leisten. Wie hoch diese Beihilfe sein muß, hängt ab: 1. von der Höhe der Kommunalsteuern, die die jüdischen Einwohner im Verhältnis zu den von den christlichen Mitbürgern gezahlten Steuern aufbringen; 2. von der Ersparnis, die die Kommune dadurch erzielt, daß sie den Religionsunterricht nicht selbst an den christlichen Volksschulen einrichtet: 3. von der Zahl der Stunden, die die Synagogen - Eeineinde für notwendig erachtet. Im allgemeinen wird der Synagogenvorstand zunächst diejenige Summe fordern dürfen, die die Kommune aufbringen müßte, wenn sie selbst den Unterricht an der Volksschule unterhielte. Wenn man z. B., durchschnittlich die Stunde mit 2 Mark und das Schuljahr mit 40 Wochen berechnet, so würden die Kosten des Religions-