Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1908-03-01 · Heft 3 (März 1908) · p. 193

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 3 (März 1908)
Article
Antisemiten unter sich
Date
1908-03-01
Page
193 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2316602-2316766-2316770-2339709--17595-2339807
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Vermischtes. 193 des Deutschen A utis emiLeubundes ist über den antisemitischen Abgeordneten für Friedeberg-Aruswalde, Wilhelm Bruhn, ein strenges Gericht abgehalten worden. Die „Staatsbürger-Zeitung" berichtete über dieses Mißgeschick ihres früheren Herausgebers.' „Der erste Vorsitzende, Herr Lehrer Holtz, führte aus: „Der Grund zur Einberufung dieser Versammlung sei das Verhalten des Vorsitzenden des Deutschen Mittelstandsbundes Herrn Will). Bruhn, sowie des ehemaligen Geschäftsführers des Deutschen Antisemitenbundes Herrn S i l b e r st o r f f. Herr Bruhn fühle sich zurückgesetzt. Nach der Selbständigkeitserklärnrng des Deutschen Antisemitenbundes im Oktober 1907 habe, er erst trotz genügender Mitteilung völlig geschwiegen. Monate nachher habe er plötzlich bei Herrn Silberstorfs d i e K a s s e u n d d i e G e s ch ä f t s b ü ch e r d e s D e u t s ch e n A n t i s e m i t e n b u n d e s gesperrt. Herr Bruhn sei der Ansicht, der Deutsche Antisemitenbund könne Beschlüsse ohne Mitstimmung des Deutschen Mittelstandsbundes nicht fassen. Selbst wenn das richtig wäre, hätte er noch kein Recht, die Kasse des Deutschen Antisemitenbundes zu beschlagnahmen; er habe auch nach den Statuten des ehemalig vereinten Mittelstandsbundes und Deutsche:: Antisemitenbundes nicht das Recht, mit Herrn Silberstorff abzurechnen, sondern mit dem Antisemitenbund-Vorsitzenden zu verhandeln. H e r r Br uhnsowohlwieHerr Silber st orffseien beide zu dieser Versammlung e i n g e l a d c n, aber, keiner von ihnen sei erschienen. Herr S. habe die Einladung unter Androhung mit dem Staatsanwalt schroff abgelehn t." (Gelächter.) — In der Diskussion berührte Herr D u ch die E r f a h r u n g e n, die seinerzeit der H a n d w e r k e r b u n d mit Her r n Bruhn genracht habe. Herr Letz führte aus, alle Vorsitzenden hätten bisher dem Deutschen Antisemitenbund geschadet, weil sie immer das Ich vor die Sache gestellt hätten. Er habe eine Beitragsquittung des Deutschen Mittelstandsbundes erhalten, die irrtümlicherweise bezahlt sei. Der Deutsche Antisemitenbund sei früher selbständig gewesen; die Unabhängigkeit war das beste. Herr Gastwirt Sommer kritisierte die frühere Geschäftsführung des Herrn Bruhn. Es sprachen dann noch u. a. die Herren Holtz, Schlee, Donner,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.