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Im deutschen Reich · 1908-03-01 · Heft 3 (März 1908) · p. 153

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 3 (März 1908)
Article
Zum 25. Stiftungsfest des "Akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Literatur"
Date
1908-03-01
Page
153 (sequence 5)
Language
German
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Umschau. 133 objektiven Sinn für Wissenschaftlichkeit bewahrt haben und die Wissenschaft des Judentums für eine Pflanze halten, deren Pflege notwendig ist und den Gärtner voll und ganz befriedigt. A l s r e d L i p s ch i tz , Referendar. * Umschau. Is^on der „Kölnischen Volkszeitung" wurde kürzlich mitgeteilt, der Kaiser habe für die Predigt bei dem Gottesdienst in der Schloßkirche, zu dem das gesamte preußische Staatsministerium befohlen worden sei, als Grundiert 2. Mose 12, 49 angegeben: „Einerlei Gesetz sei dem E i n h e i m i s ch e n und Fremdling, der unter Euch wohnet." Auf die Rückfrage des Hofpredigers, wie die Bibelstelle behandelt werden solle, fei geantwortet worden, der Herr möge sich an den Geist der Heiligen Schrift halten, von der auch, am Hofe kein Jota geraubt werden dürfe. In der Tagespresse sind angesichts zahlreicher Kundgebungen der preußischen Regierung sofort Zweifel an der Richtigkeit des Berichts der „Köln. Bolkszeitung" geäußert worden: vielfach wurde die Erzählung als eine scherzhafte Erfindung eines über die Enteignungsvorlage der Polen erbitterten Mitgliedes der Zentrumspartei aufgefaßt. Bon der nationalliberalen „Magdeburger Ztg." wurde aber den Zentrumsblättern entgegengehalten, daß jene Textwahl keine Zugeständnisse an die Polen bedeute, sondern im Gegenteil eine ernste und eindringliche Mahnung, daß sie ihre Pflicht als preußische Staatsbürger erfüllen, weil sich der Fremdling wie der Einheimische den Landesgesetzen zu fügen habe. Roch weiter ging die „Tägliche Rundschau"; sie glaubte die ultramontaue Presse durch ihre Bibelkunde in geistreicher Weise zu übertrumpfen, indem sie erklärte: „Die „Köln. Volkszeitung" hat sich um einen Vers geirrt; nicht 2. Mose 12, 49 sondern 2. Mose 12, 50 lautet der vom Kaiser befohlene Text für den Gottesdienst in der Schloßkirche. Dieser Vers lautet: „Und alle Kinder Israel taten, wie der Herr Mose inio Aaron hatte geböte n".

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