Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 3 (März 1908)
- Article
- Versammlung des Landesausschusses für Rheinland-Westfalen
- Date
- 1908-03-01
- Page
- 147 (sequence 2)
- Language
- German
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Versammlung des La^idesansschnsses fiir Nheinland-Westfalen. 147 den Ausbau der Organisation, die Bildung von Ortsgruppen, müsse für die nächste Zukunft das Hauptaugenmerk gerichtet werden, inxb wenn nach dieser Seite hin auch schon viel erreicht sei, so solle inan doch rastlos in steter Arbeit immer weiter darnach streben, die Ideen des Eentral-Bereins gerade durch den Ausbail der Organisation zu propagieren. Der Redner verbreitete sich alsdann über die weitere Tätigkeit des Ausschusses, und berichtete hierbei, wie häufig in Zeitungen des rheinisch-westfälischen Bezirks, in denen man antisemitische Tendenzen nicht vermute, Angriffe auf die Juden ständen. Er führte insbesondere einen in polnischer Sprache verfaßten Ableger des „Bergknappen", des Organs für die christlichen Bergarbeiter, an, der dem ödesten Antisemitismils huldige. Indem er andernfalls unter Anführilng eines Faltes aus einem Hchxeu Städtchen Westfalens davor lvarnte, in jedem Konflikte der Behörde mit eiueul Juden sofort Ausflüsse antisemitischer Gesiunung zu sehen, schloß er feine voll der Versammlung beifällig aufgenvlnmellen Ausführungen. Hieraus sprach Herr Dr. L e w y - Berlin über das Thema „A k t u e l l e Frag e n". In präzisen intb knappen Ausführungen legte Redner die allgemeine Lage der Juden in wirtschaftlicher, geistiger ilnd kultureller Beziehung dar und berührte alsdann in ausführlicher Weise die heutige politische Lage, die zu einem besonderen Optimismus keine Ver anlassnng gäbe. Wenn der Central-Verein auch seinem Grund - fast, keinerlei Fr aktio ns Politik zu treiben, stets treu bleiben werde, da er mit diesem Grundsätze stehe und falle, so ver ab säume er doch mcftt, ein wachsames Auge auf die Vorgänge im Parteiwesen und in der Politik zu halten und den Kampf gegen antisemitische Politiker wie politischen Antisemitismus mit gleicher Entschlossenheit zu führen. Rachdem sich Redner dann noch mit den Folgerungen befaßt hatte, die sich für die dentschen Juden aus der augenblicklichen politischen Lage ergeben können, machte er statistische Angaben über die Enr wicktxkug des Vereines, die den erfreulichen Benoeis erbrachten, daß es init der Verbreitung der Vereinsideeu ständig weiter gebt, ivenn auch noch eine große Anzahl deutscher Juden unter Verkennung ihrer eigenen Interessen abseits ständen, die zu gewinnen man sich unbedingt amK'fi'ni'ii sein lassen müßte. Sehr ersrenlich war die Mitteituilg, daß die Ver