Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- Bayreuth
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 110 (sequence 3)
- Language
- German
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110 Jur deutsch eil Reich. durch die gegebenen Umstände veranlaßt war. Auf eine Absicht der Beleidigung könne jedoch nicht geschlossen werden. Die Ausdrücke seien zwar scharf, aber in so bewegter Zeit müsse eine scharfe Sprache geführt werden, um auf die breite Masse des Volkes zu wirken. Es sei aber auch in der Form keine Absicht der Beleidigung zu erblicken: denn Kunkel habe die Borwürfe gegen Wengg in politischer Beziehung für berechtigt halten können. Der Wahrheitsbeweis selbst sei in diesem Punkte daher nicht weiter zu prüfen gewesen. P Dresden. 15. Januar. Hier ist kürzlich unser Vereinsmitglied, Herr Kommerzienrat M a r A r n h o l d , als Geschworener aus gelost worden. — Die antisemitische „Deuts cve Reform" (früher „Deutsche Wacht"- berichtete am 12. ix Max: „II it s c r Dr. Hackel, der 13 volle Jahre dem Dresdner Stadtverordnetenkollegium angehörte und sieben Jahre hindurch seit 1901 das Amt des ersten Vizevorstehers in dieser Körperschaft einnahm, mußte in der Donnerstag-Sitzung vom 9. Januar einer liberal-sozialdeinokratischen Majorität zum Opfer fallen. Bon 80 abgegebenen Stimmen fielen 41 auf den nationalliberalen Dr. Vogel, 39 auf Dr. Häckel. Letztere 39 Stimmen waren solche ausschließlich der rechten, konservativ-reformerischen Gruppen; die Nationalliberalen dagegen konnten sich ihre Mehrheit nur künstlich dadurch verschaffen, daß sie einen Pakt mit den Sozialdemokraten schlossen und sich deren 14 Stimmen sicherten. Noch verdient festgenagelt zu werden, daß sich an der Agitation gegen Dr. Häckel am regsten der Stadtverordnete Rechtsanwalt Hans Kohlmann beteiligt hat; der frühere 3. Vorsitzende des Reformvereins und Reichstagskandidat der Reformpartei, später allerdings Syndikus des Hartwigschen Hausbesitzervereins und konservativer Hospitant! Welche Wandlungen wird er wohl noch durchmachen?" — Der M a n n wird den Kohl von Oswald Zimmermann ebenso wie viele andere Bürger Dresdens satt bekommen haben! Q KoBurg. 3. Januar. Der Beschluß des hiesigen Magistrats, ein V e r b o t des S ch ächte n s im städtischen Schlachthause einzusühren, ist bereits vor einiger Zeit von der Regierung infolge einer Beschwerde der jüdischen Gemeinde aufgehoben worden. Der Magistrat hat aber das