Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- Metz
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 107 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 107 Metz, 3. Januar. Der D e u t s ch - n a t i o u a l e H and - l u n g s g e h i l f e n - V e r b a lt b , Ortsgruppe OATtz, hatte für den 14. Dezember eine öffentliche Versammlung einberufen, um gegen die van der Regierung int Reichstag ein gebrachte Novelle, die Aenderung des £ 03 des Handelsgesetzbu ches betreffend, Stellung zu nehmen. Die darin enthaltene Einschränkung des Rechts auf Krankengeld und Gehalt hat fast sämtliche Gehilfenschaften zu Protesten veranlaßt. Der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Berband war dabei nicht der erste. In Metz hatte u. a. bereits vorher der Buchhändlerverein „Lothringia" in einer Eingabe an den Reichstag Stellung genommen, ehe sich der Deutsch-nationale Handlungsgehilfen- Berband rührte, der in der Dezemberversammlung dem einmütig anZunehmenden Protest einen zur Reklame für seine Bereinszwecke dienenden Bortrag angliederte, der: die anderen eingeladenen Vereine als eine Herausforderung auffasseu mußten. Nachdem die Resolution ohne Debatte angenommen war, hielt Herr K lüpfe l nämlich einen Bortrag über das, was der Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Berband sei und wolle, so daß die Debatte erst um ststl Uhr beginnen urtö jedem Redner nur eine Redezeit von fünf Minuten zugestanden werden konnte. Dies entfesselte, wie. das „Metzer Tageblatt" berichtet, einen unbeschreiblichen Tumult, der sich steigerte, als auf die Anfrage unseres Bereinsmitgliedes Dr. Weil, warum der Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Berband d i e I u d e n ausschließe, eine geradezu klägliche Antwort erteilt wurde. Das „Metzer Tageblatt" berichtet weiter: „Dr. Weil brandmarkte mit feurigen Worten die Riickständigkeit einer solchen Bestimmung, die der liberalen Politik des Ausgleichs der konfessionellen Gegensätze hemmend in den Weg trete, und protestierte sehr energisch gegen den Borwurf, daß die Juden kein Nationalitätsgefühl hätten. Aus den sonstigen Ausführungen sei noch die hervorgehoben, die eine solche Bestimmung gerade in einem Verband von Kaufleuten als ein Armutszeugnis bezeichnete. Es redeten noch die Herren: Schriftsteller Kunsmann, der von dem „Proletarier im Stehkragen" sprach, Kaufmann Wolfs, Kellermann, Link u. a. Als nach dem Schluß der Debatte noch ein Redner des Deutsch-nationalen Handlungsgehitfen-Berbandes zum Wort zugelassen werden sollte, erhob sich ein allgemeiner Protest. Der Vorsitzende war