Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 106 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316769-2339524--17418-2339628- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
106 Im deutschen Reich. freulicherweise bereits den Erfolg erzielt, daß auf Initiative eines jüdischen Philantropen -in Frankfurt a. M. mit den maßgebenden Behörden Verhandlungen angeknüpft worden sind, die darauf Hinzielen, eine geeignete Erziehung der beiden armen Kinder zu sichern, sofern eine Begnadigung erfolgen sollte. * Kaffei, 10. Januar. In dein seit 14 Monaten schwebenden Be lei d igir n gspr o zesse L i e b e r in a ir n s v. S o n it e n - berg gegen den Redakteur Wille von der inzwischen eingegangenen a n t i s e m i t i s ch e n ,,Hessischen Riindschaii" fand hier am 6. d. M. vor. der Strafkammer der zweite Termin statt. Witte hatte behauptet, Lieber mann habe über seine Wühler die Aeußerung getan, die Schwülmer feien „treu wie die Hunde, aber dreckig wie die. Schweine". Liebermann bestritt u n t e r Eid, daß er diese Aeußerung getan habe. Wilke wurde zil 160 Mark Geldstrafe und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Das Urteil soll in 16 deutschen Zeitungen veröffentlicht werden. Trotzdem scheinen die „reformerischen" Antisemiten in Hessen dem deutsch-sozialen Antisemiten Liebermann auch seit dem Eingang der „Hessischen Rundschau" weiter das Leben schwer gemacht zu haben. Er hat darüber in seinem Organ dem tiefsten Unwillen folgenden Ausdruck gegeben i „Der Umstand, daß eine kleine Gruppe von Leuten in K a s s e I, d i e s i ch n t i s e m i t e n u e n it e n nnb von der schadenfrohen Judenpresse planmäßig mit uns zusammengeworfen werden, fortgesetzt ihre v e r g i f t e t e n P feil e nach den Vorkämpfern unserer Bewegung abschießen, ist ans die Dauer unerträglich geworden. — Dem bekannten Prozeß gegen einen Redakteur in Kassel, den ich anstrengen mußte, um die Erfindung zurückzuweisen, daß ich meine Wähler beschimpft hätte, und der ohne jede Schuld meinerseits 14 Monate schwebte, rv i r d b a l d ei u n e u e r a u s ähnlichen Ursachen folgen müssen. Möge diese gerichtliche Notwehr die Friedensstörer zur Einstellung ihres t r a u ri g-h üß l i ch en T re i b e n s v e r a nl as fern" Cf Nürnberg, 10. Januar. Der Oberpostassessor Paul Kanu wurde zum Königlich Bayrischen Postrat in N ü r u - b e r g befördert. Es ist dies seit vielen Jahren wieder das erstemal, daß ein ungetanster Jude es in der bayerischen Postverwaltnng zu diesem Amte bringt.