Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 105 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 105 fabener hiesiger jüdischer Kaufmann im hiesigen Amtsgericht sich geweigert, nach vollendeter Vernehmung cm einem Sonnabend das Protokoll zu unterschreiben. Der untersuchende Richter bezeichnete die sofortige Unterzeichnung als Ehrenpflicht und sagte dabei: „Ich kenne vornehmere Juden, die am Sonnabend schreiben. Erst drängen sich die Juden in die S t a a L s st e l l e n, nachher streiken s i e." Wegen dieser Aeußerungen des Amtsrichters führte der Zeuge beim Landgerichtspräsidenten Beschwerde, wobei er sich darüber beklagte, daß der Richter, statt seine religiöse Ueberzeugung zu achten, sie zum Angriffspunkt auf die Gesamtheit de r Jude n m a ch e. Abgesehen davon sei das Verhalten des Richters mit dem Gesetz nicht zu vereinbaren, denn es genüge, wenn der Grund angegeben werde, waruni die llnterschrift fehlt. Auf diese Beschwerde erhielt der Zeuge folgenden Bescheid: Der Präsident des Königl. Landgerichts, hier. Frankfurt, 22. 12. 07. Ihre Beschwerde vorn 11. d. Mts. ist begründet, ich habe dein A. G. Rat ...... wegen seines Verhaltens in den: Termin vom 30. November d. st. ineine. ernste Mißbilligung ausgesprochen. gez.: Der Präsident - In der „Frankfurter Zeitung" veröffentlichte dieser Tage Dr. Curt Abel eine ergreifende Darstellung des traurigen (Geschickes zweier russischer Kinder, die mit ihrem Vater, einem schlechten Subjekt, in London eingewandert, in frühester Jugend systematisch zum Taschendiebstahl angehalten wurden, und die nach vielen Irrungen und Wanderfahrten schließlich von einem deutschen Gerichte zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden sind. Die Unglücklichen, die ihre Strafe zu Preungesheim bei Frankfurt a. M. verbüßen, haben den sehn lichen Wunsch ein neues Leben zu beginnen und sind sich vollkommen klar darüber, daß sie nur unter dem Drucke fortgesetzter körperlicher Mißhandlungen von seiten des Vaters auf die Bahn des Verbrechens gedrängt wurden. Dr. Curt Abel appellierte an die weiteste Oeffentlichke.it, sich mit einem Gnadengesuche an den deutschen Kaiser 511 wenden. Wie die Zeitschrift ,,Israelit" berichte:, bar die Veröffentlichung er