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Im deutschen Reich · 1908-02-01 · Heft 2 (Februar 1908) · p. 99

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 2 (Februar 1908)
Article
Berlin
Date
1908-02-01
Page
99 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 99 um so bereitwilliger augeschlossen hatte, weil sie es ihm ermöglichte, alles, was der von ihm augestrebten idealisierenden Umdeutung des Christentums widerstrebte, als Beisatz jüdischer Geister zu beseitigen. Nur so erklärt es sich, daß ihm selbst seine Liefe innere Gemeinschaft mit den Grundideen des Judentums entgehen konnte. Diese Gemeinschaft wurzelt in der gleichen Grundaufsassnng von dem Verhältnis des Menschen zum Sittengesetz und geht folgerichtig durch die gesamte Auffassung der sittlichen Persönlichkeit und ihrer Beziehung zur sittlichen Gemeinschaft, wie sie sich in dem Universalismns des Judentums und dem sozialen Geist seiner Sittlichkeit bekundet, hindurch. Die Gleichheit der sittlichen Denkweise setzt sich auch in die eigentlich religiöse Ideenwelt hinein fort, die bei Kant wie im Judentum eben entscheidend von dein Problem der Sittlichkeit her bestimmt wird. In der religiösen Wertung des Individuums und der religiösen Betrachtungsweise der Geschichte treffen beide in dem Typus der Religiosität zusammen, dem die religiöse Entwickelung des modernen Geistes mehr und mehr zustrebt. — Beide Borträge fanden allgemeinen Beifall. Aus dem Jahresbericht ist hervorzuheben, daß der erste Band der gesammelten Schriften David Kaufmanns fertiggestellt ist und den Mitgliedern der Gesellschaft kostenlos zugesandt wird. — Wie seit Jahrzehnten, veranstaltet auch in diesen: Jahre das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten des Stipendienfonds dieser Anstalt. Die Vorlesungen finden zum ersten Male in der Aula des neuerbauten eigenen Heims der Lehranstalt, Artilleriestraße 14, an den folgenden Montagen, abends <8 Uhr, statt. Es spricht an: 8. Februar Dr, I u l i u s H ü l s c u aus Frankfurt a. M. über den alten jüdischen Friedhof in Frankfurt a. M. (mit Lichtbildern), am 17. Februar Professor Dr. Ludwig Geiger über Berthold Auerbach, am 2. März Rabbiner Dr. Vogelstein aus Königsberg i. Pr. über Volksbildung in: Jndentun: zur Zeit des zweiten Tempels, am 23. März Rabbiner Dr. I. Eschelbach er über Michael Sachs, am 6. April Dr. jur. A lfred A pfel aus Köln über die christlichen Förderer der Judenemanzipation. — In der kürzlich erschienenen Nummer 69 der „Mit-

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