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Im deutschen Reich · 1908-01-01 · Heft 1 (Januar 1908) · p. 47

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 1 (Januar 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-01-01
Page
47 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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BereirrSnachrichten X7 NereittsuachrichLe«. — Bei der am 28. November im Langenbeck-Hause, Berlin N., abgehaltenen allgemeinen Central-V er eins Versammlung war der große Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Nachdem in Vertretung der durch Unwohlsein verhinderten beiden ersten Vorsitzenden Herr Dr. Jos. ßennj die Versammlung mit einer kurzen Ansprache eröffnet harte, hielt Herr Professor Dr. Hofmann, Rabbiner in Reichenberg in Böhmen, einen Vortrag über „Die Ehre und das Judentum", der eine zündende Wirkung ausübte, die sich am Schluffe des Vortrags durch langanhaltenden stürmischen Beifall kundgab. An der Spitze dieses Heftes ist dieser Vortrag im Wortlaut wiedergegeben. Der Vorsitzende drückte in herzlichen Worten dem Redner für seine vorzügliche rhetorische Leistung den Dank des Vorstandes und der Versammlung aus und betonte, daß es nach diesen Ausführungen über „die Ehre und das Judentum" gewiß verlockend sei, auch über „bte Ehre und die Antisemiten" Zu sprechen und dabei jene Gegner zu kennzeichnen, die unsere Ehre mit Füßen treten wollen, die Ehre, die wir standhaft Zu wehren und zu verteidigen haben. Mit Rücksicht aus den riesen Eindruck, den der Vorredner erzielt habe, wolle er sich aber nur auf einige kurze geschäftliche Mitteilungen beschränken. Nachdem auch diese erfolgt waren, beantwortete Herr Dr. Lewy die eingegangene Anfrage, ob der Vorstand sich mit der Frage der Ausweisung ausländischer Juden beschäftigt bezw. versucht habe, sich solcher Ausgewiesenen anzunehmen, die niemandem etwas in den Weg gelegt hätten. Der Vorsitzende erklärte, daß der Vorstand sich bei dieser Angelegenheit eine gewisse Beschränkung habe auferlegen müssen, weil er sich satzungsgemäß nur mit den Rechten deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu beschäftigen habe, und weil zum Schutze ausländischer Juden besondere jüdische Organisationen vorhanden seien, die darin das Möglichste leisten. Soweit dies angängig gewesen sei, habe der Vorstand des Central-Bereins trotzdem einzelnen, anscheinend ohne rechten Grund von der Ausweisung Betroffenen mit Rat beigestanden.

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