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Im deutschen Reich · 1908-01-01 · Heft 1 (Januar 1908) · p. 45

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 1 (Januar 1908)
Article
Straßburg
Date
1908-01-01
Page
45 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 45 bezeichnet worden. In dem ^Falsche Anschuldigungen'" überschriebenen Artikel wird daraus hingewiesen, daß die Universität sich aus sich selbst heraus erzeugt, die Fakultäten Vorschlägen, wen sie haben wollen und, daß es — mit einziger Ausnahme des Falles Spahn — niemals vorgekommen fei, daß die Regierung den Vorschlägen der Fakultäten die Sanktion verweigert hätte. Was den ^Fall Levy" angehe, so sei der Sachverhalt folgendermaßen authentisch ftstgestellt: „Als die Notwendigkeit der Neubesetzung der Stelle des Medizinalreserenten sich ergab, hat die Regierung, in der Absicht, die Stelle mit einem Eingeborenen Zu besetzen, ihr Augenmerk auf den Kreisarzt Geh. Medizinalrat Dr. Hoeffel in Buchsweiler, gerichtet, der aber nicht geneigt war, in den Staatsdienst einzutreten. Alsdann hat, öie Regierung ihre Auswahl unter den Zunächst in Frage stehenden beamteten Aerzten getroffen. Die Absicht, einen nicht iw BeaMtenverhälLms stehenden Arzt in die Stelle zu berufen, hat bei der Regierung niemals bestanden, und der in Frage stehende, als wissenschaftlicher Forscher bestens bekannte und auch von der Regierung geschätzte Gelehrte ist für die Stellung des Medizinalreserenten niemals in Frage gekommen. Also hat auch seine Religion selbstverständlich bei der ganzen Angelegenheit niemals eine Rolle gespielt." — Der neue kaiserliche Statthalter, Gras Wedel, hat am 10. Dezember das unterelsässische israelitische Konsistorium, dessen Präsident, SanitätsraL Dr. Gustav 2emj, den Statthalter mit der Versicherung begrüßte, daß die israelirische Bevölkerung Elsaß-Lothringens treu und fest Zu Kaiser und Reich stehe und in Sr. Exzellenz einen treuen Beschützer zu sehen hoffe. Graf Wedel erwiderte: „Jeder brave Bürger, oö Jude oder Christ, wird, wenn er sich an mich wendet, mit einer gerechten Bitte in mir einen wohlwollenden Beschützer finden. Ich habe vier Feldzüge mitgemachL, hatte viele Jüdische Soldaten zu befehlen und habe stets gesehen, daß diese jüdischen Soldaten freudig ihr Blut für König und Vaterland — also hier im Eisaß für Kaiser und Vaterland — Hingaben, xmb da dürfen Sie versichert sein, daß ich der jüdischen Bevölkerung dasselbe Wohlwollen wie der christlichen zeigen werde." Nachdem Oberrabdiner lUp noch eine Ansprache gehalten und der Statthalter dem Präsidenten die Mitteilung gemacht, daß diesem der Kronenorden 3. Klasse ver-

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