Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 36 (sequence 15)
- Language
- German
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36 Im deutschen Reich. schränkungen ausgesetzt sind, und sprechen sich für die Einführung der Selbstverwaltung in den Grenzgebieten aus. Insbesondere Lefürworten sie Erleichterungen für die Juden; leider wollen sie aber nichts von ihrer Gleichberechtigung mit den Stockrussen hören. Mir der jetzigen Lage der Presse ist die gemäßigt-konservative Gruppe durchaus unzufrieden, weshalb sie Revision der geltenden Preßgesetze, zugleich aber die Unterdrückung der angeblich bestehenden revolutionären und unsittlichen Presse fordert. Die Abspaltung der gemäßigt-konservativen Gruppe von der äußersten Rechten ist aber immerhin für die Dumaarbeiten von großer Bedeutung, da den gefährlichste n Bestrebungen der äußersten Rechten, die auf die Zurücknahme des Oktober-Manifestes hinauslaufen, dadurch das Rückgrat gebrochen wird. Daß der „Verband des russischen Volkes" trotzdem sein Unwesen sortsttzt und die Juden besonders in den Provinzen nach wie vor den Mißhandlungen durch die rohen Horden der „Schwarzen Hundert" ausgesetzt sind, ohne bei den Behörden Schutz zu finden, ist nicht zu verwundern, da der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Fürst Wolkonski, in der Duma als erster Vizepräsident fungiert und der erste Verbandsvorsitzende, Dr. Dübrowin, bei Hofe in hoher Gunst steht. Ueber den Umfang der am 27. November von den Mitgliedern des antisemitischen Verbandes nach dem plötzlichen Hinscheiden des Generalgouverneurs Nowitzkp in Odessa gegen die Juden verübten Gewalttaten lauten die den großen jüdischen Hilfsorganisationen zugegangenen Berichte widersprechend. So viel steht aber fest, daß die Lage der ruisischen Juden unter der Herrschaft des jetzigen schwärmerischen Friedensfreundes eine weit unglücklichere ist und bleibt als unter dem straffen Regiment des Zaren Nikolaus I., der ein ganzer Mann war, der wußte, was er wollte, und sich von keiner Höslingsschar irreführen ließ. Ä. L. zjM> Korrespanderrxerr. + Berlin, 20. Dezember. Den neuerdings wieder von antisemirischer Seite gemachten Versuchen gegenüber, Verbote der rituellen Schlachtwethode durch Agitationen in den Tierschutz-