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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 724

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Studien zur Geschichte des jüdischen Gottesdienstes [Rezension]
Date
1907-12-01
Page
724 (sequence 4)
Language
German
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724 Iw deutschen Reich. ziehen können und wollen, die Jrrtümer jener Gelehrten zu widerlegen und eine gerechtere Beurteilung der Religion Israels und ihrer Bekenner anzubahnen. — Möge in dem neuen Hause der alte Geist uneigennützigen Lehrens und selbstlosen Forschens weiter gepflegt werden, mögen die Männer, die dort ihre Bildung empfangen, durch ihre Werke beweisen, daß sie auch aus dem Boden wissenschaftlicher Tätigkeit den Andersgläubigen gleichwertig sind. Dann kommt vielleicht einmal die Zeit, wo unsere Universitäten, die schon herü für Malayisch und Javanisch, für Koptisch und Syrisch u. dergl. Raum haben, auch der Wissenschaft des Judentums die ihr gebührende Anerkennung und Aufnahme nicht länger verweigern. .7. 8. Die Ethik des reinen Willens. Von Geheimrat Prof. Dr. Hermann Cohen in Marburg. 2. Auflage. Verlag Bruno Cassirer, Berlin 1907. Preis 16 Mk. Daß noch vor Ablauf von 3 Jahren eine Zweite Auflage diffes bedeutenden Werkes nötig wurde, ist ein bemerkenswerter Erfolg, der um so erfreulicher ist, als dieses Buch in hervorragender Weise geeignet ist, erziehlich Zu wirken. Aus dem Teile desselben, in dem sich der Verfasser entschieden gegen jede Verlästerung des sittlichen Lehrgehalts des Judentums wendet, verdienen nachstehende Aeußerrmgen über „die Ehre" besonders beherzigt zu werden: „Unter allen Angriffen auf die Ehre dürfte kaum einer tiefer und innerlicher den Angegriffenen verletzen, als der Judenhaß in seinen verschiedenen Formen. In der Tat, für einen Juden, als Kulturmenschen, kann es keinen tieferen Schmerz geben als der, der durch den Undank gegen den Ewigen Juden verübt wird. Würde das Vaterland in ähnlicher Weise verleumdet, so würde dieser Schmerz der gleiche werden. Hier handelt es sich nicht um die Ehre einer atavistischen Gemeinschaft, sondern um eine solche, welche als eine echte Vertretung der sittlichen Allheit sich fühlt; freilich, in wie weit diese durch die Religion vertreten werden kann. Es tritt unvermeidlich auch hier der Konflikt zwischen Religion und Ethik ein, insofern der Staat allein die Allheit zu vertreten hat, während die Religion in Rücksicht auf ihre angebliche Wahrheit Allheit bedeuten will. Indessen vermag der Staat doch auch nur dadurch Allheit zu bedeuten, daß er kon-

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