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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 722

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Studien zur Geschichte des jüdischen Gottesdienstes [Rezension]
Date
1907-12-01
Page
722 (sequence 2)
Language
German
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722 Zrrr deutschen Reich. sind die oben genannten zwei Schriften erschienen, von denen die zweite, rein wissenschaftliche, nur von dem Fachmann zu würdigen ist, während die andere die Entstehung und Entwicklung der Anstalt in anziehender und lehrreicher Weise erzählt. Mehr als 70 Jahre ist es her, daß die Forderung eiE jüdisch-theologischen Fakultät zum erstenmale erhoben wurde; es war die Zeit, da Zunz, Heine, Ganz den „Verein für Kultur und Wissenschaft des Judentums" begründeten, um der mit der „Aufklärung" Hand in Hand gehenden Gleichgiltigkeit und Neigung zum Abfall entgegenzutreten. Die einen, wie Heine und Ganz verzweifelten, daß auf dem Wege der Tätigkeit des Vereins etwas Wirksames erreicht werden könne, oder fanden es bequemer, dem Judentum, das sie eben noch hatten neu beleben wollen, den Rücken zu kehren. Ander, wie Zunz, blieben treu auf dem Boden, der ihnen heilig war, und suchten in unermüdlicher wissenschaftlicher Tätigkeit die Schätze der jüdischen Literatur an den Tag zu ziehen und aus dem Inhalt der heiligen Schrift darzutun, daß die Religion Israels nichts enthält, was mit der modernen Kultur unvereinbar wäre. Auch sie wollten Aufklärung, aber nicht die oberflächliche der Berliner Salons und Teegesellschaften, sondern die echte auf Kenntnis der Lehre und Geschichte Israels beruhende; sie waren überzeugt, daß dannam besten Die Ne'guag zum Abfall und Verachtung der Religion bekam pst werde. Im Jahr 1836 wurde in einem Aussatze „Die Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät, ein dringendes .Bedürfnis unserer Zeit" diese Forderung erhoben, die seitdem oft überhört und unbeachtet gelassen, doch nie ganz verstummt ist. Als im Jahre 1862 die Juden Preußens die 50 Jahre früher erfolgte Emanzipation feierten, wurde der Vorschlag gemacht, als würdigste Form der Feier einen „Verein zur Förderung und Erhaltung des geistigen Lebens im Judentum" zu gründen; und wenn dieser Versuch, der Wissenschaft des Judentums eine Stätte zu bereiten, auch nicht zu einem sofortigen Erfolge führte wurde doch von da an der Gedanke nicht mehr fallen gelassen Männer wie Lazarus, Veit und der noch unter uns lebende Sanitätsrat Reumann arbeiteten an der Verwirklichung des Planes weiter, und dank der Freigibigkeit des Stadtrats Moritz Meyer konnten im Jahre 1869 die Vorarbeiten für die Errichtung einer „Lehranstalt zur Pflege der Wissenschaft des Judentums" begonnen werden. Wohl brachten die Kriegsunruhem des folgenden

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