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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 714

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-12-01
Page
714 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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714 IM deutschen Reich — Ein unserm Vereine angehörender Herr hatte uns mrtgeteiLL, daß er am 5. Oktober, als er früh in Nordstemmen in einen nach Löhna fahrenden Personenzug stieg, auf den Bänken des Wagens 3. Klasse antisemitische Zettel liegen und gleiche Zettel an den Wänden angeklebt gefunden habe» Ein anderer Herr aus Hannover fand dieselben Schmutzzettel in der auf dem .Bahnhofe in Rmgelheim ausliegen^en Zeitschrift „Die Woche'" und erfuhr auch, daß als Urheber dieses Unfugs aller Wahrscheinlichkeit nach ein Einwohner von Salzgitrer in Bet.acht komme. Nachdem wir diese Vorkommnisse zur Kenntnis der Eisenbahnoerwaüunq Hildesheim zur Kenntnis gebracht hatten, ist uns von der Königlich en Eisenbahn-Direktion Hannover nachstehender, vom .11. November datierter Bescheid zugegangen: „Auf die an die Elsenbahn-Verwaltung in Hildesheim gerichtete, uns vorgelegte Eingabe vom 10. v. Mts erwidern wir ergebenst, daß das in Betracht kommende Personal angewiesen ist, das Auslegen oder Ankleben von Flugblättern in Eisenbahnwagen nach Möglichkeit zu verhindern und die Verbreiter solcher Drucksachen im Betretungsfalle zur Feststellung der Personalien vorzusühren." gez. Solmitz. An den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Berlin SW. Die Zeitung „Deutsche Sonfection* hatte am 13. Oktober d. I. folgende Mitteilung gebracht: „Der Zweck heiligt das Mittel". Diesem Grundsatz huldigt auch die Firma Forell & Co. in Breslau. Als SchönknechL von ihr (als Leiter ihrer Filiale) nach Gumbinnen, dessen Bevölkerung sehr antisemitisch gesinnt ist, gesandt wurde, empfahl ihm Herr Sachs, sich dem Lokalkolorit anzupassen und ebenfalls auf die Juden zu schimpfen. — Machen Sie „Risches" soviel sie wollen, aber machen Sie Geschäfte — waren seine Worte." — Wir haben dem angegriffenen Herrn Forell diese unglaublich klingende Notiz zugesandt und von ihm die Versicherung erhalten, daß eine solche Aeußerung nie getan und gegen den Redakteur der D. C. bereits Klage erhoben worden ist.

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