Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 712 (sequence 5)
- Language
- German
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712 Iw deutschen Reich. freudig begrüßt, der I. Vorsitzende des Central-Vereins-Vorstandes, Herr JustizraL Dr. Horwitz, ba§ Wort, um seiner Genugtuung über die reiche Anteilnahme der Centrums-Gruppe an der VereinsarbeiL Ausdruck zu verleihen und, auf den Vortrag zurückkommend, darauf hinzuweisen, daß es der Central-Verem gewesen sei, der Zuerst, mit der schwächlichen Resignation früherer Zeiten brechend, das jüdische Bewußtsein in vielen tausenden von Glaubensgenossen wieder geweckt und gekräftigt habe. Diesen erfreulichen Werdegang weiter zu fördern, seien nicht nur die Männer, sondern auch die grauen berufen, die als treue Lebensgesährtinnen ihrer Männer und als Mütter und Erzieherinnen der jüdischen Kinder Großes leisten, damit das jüdische Selbstbewußtsein nicht erlahme oder wieder schwinde, sondern sich auch auf künftige Generationen übertrage. Diese Ausführungen sowie die des nächsten Redners, Herrn Sarmätsrat Dr. Wiesenthal, der sich in kräftigen Worten gegen die Abtrünnigen wandte, deren Erfolge man ihren neuen Glaubensgenossen, deren Verfehlungen man aber wieder den Juden anrechne, fanden warmen Beifall. In dem Schlußwort betonte der Referent, Herr Dt. Apfel, die Zündende Kraft, die der Central- Bereins-Gedanke in den entferntesten Teilen Deutschlands ausube und die ein Solidaritätsgefühl verbreite, von dem man vorder Begründung des nun fast 15 Jahre bestehenden Vereins keine Ahnung hatte. Die Versammlung, die damit ihr Ende erreichte, hat die Teilnehmer sichtlich befriedigt und dem Vereine wieder neue Anhänger Zugeführt. A.-L. — Ein Glas- und Porzellanwarenhändler in einer Stadt in Westpreußen beantragte infolge von Zahlungsschwierigkeiten im Juli d. I. bei dem Königlichen Amtsgericht in seinem Wohnort die Eröffnung des Konkurses über sein Vermögen. Als der Amtsrichter ihn fragte, ob er jemand zum Konkursverwalter Vorschlägen wolle, nannte er erst einen christlichen JustizraL, der vom Amtsrichter aber abgelehnt wurde, weil er z. Zt. verreist war, dann einen Spediteur, der schon mehrfach als Konkursverwalter tätig gewesen ist. Der Amtsrichter lehnte auch diesen ab, weil er ebenso wie der Gemeinschuldner Jude sei. Dabei soll er gesagt haben: ^Die Juden bilden einen Staat für' sich, sie unterstützen sich gegenseitig und ergreifen einer für den andern ParLeiA Aus demselben Grunde lehnte auch der Amts-