Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 710 (sequence 3)
- Language
- German
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710 Im deutschen Reich. knüpfte der Redner den Wunsch, daß von dieser zulässigen bequemen Beitragsleistung mehr als bisher Gebrauch gemacht merden möchte. Im weiteren Verlauf des Berichtes wurde die infolge einer Anregung aus Nürnberg und Fürrh von dem Vorstand bewirkte Massenverbreitung eines Flugblattes gegen den DeuLschnationalen Handlungsgehilfen'Verband erwähnt, der seine Mitglieder nicht nur Zur Überwachung ihrer jüdischen Arbeitsgeber, sondern auch Zu Schlepperdiensten bei den antisemitischen Fraktionen anhält. Der Vorstand habe geglaubt, die deutschen KaufleuLe jüdischen Glaubens ausfordern zu sollen, ihre Häuser von antisemitischen Hetzern und Spionen frei zu halten, von Chauvinisten, die sich etwas besseres dünken als ihre jüdischen Brotherren. Obgleich die Versendung noch nicht ganz beendet sei, hätten die Flugblätter bereits vielfach die gewünschten Erfolge erzielt. Die Warnungen in der Vereinszeitschrift vor antisemitischen Erholungsorten hätten in letzter Zeit mehrfach den Erfolg gehabt, daß die Besitzer früher antisemitischer Etablissements direkt an den Vorstand mit der Bitte heraus getreten sind, ihre Unternehmungen nach Einholung von Erkundigungen in der Liste der antisemitischen Erholungsorte zu löschen. Aehnliches sei auch selbst von der Insel Borkum aus in absehbarer Zeit zu erwarten. Der offene Ausschluß jüdischer Bewerber bei Vakanzen sei konsequent bekämpft, wahrscheinlich aber dadurch mitbewirlt worden, daß man jetzt öffentlich in ähnlichen Fällen nur „Angabe der Konfession" zu verlangen pflegt. Der Zweck sei offenbar derselbe, könne aber nur vereitelt werden, wenn die Katholiken einsehen lernen, daß sie dabei unsere Leidensgefährten sind, und mit ganz verschwindenden Ausnahmen nicht nur die jüdischen Bewerber, sondern auch die katholischen zu gunsten evangelischer Bewerber zurückstehen müssen. Nachdem aus Grund eines Erlasses des Handels- Ministers der Regierungspräsident die in Bunzlau und Schweidnitz geplanten Schächtverbote vereitelt habe und einzelne städtische Behörden durch Verbreitung ausklärender Schriften überzeugt worden sind, daß sie nicht den geringsten Grund haben, ihre städtischen Interessen behufs Verhütung einer gar nicht vorhandenen Tierquälerei zu schädigen, stehe zu hoffen, daß auch aus diesem Gebiete die antisemitischen Machinationen von uns wirksam durchkreuzt werden. Durch Berichtigungen habe der Vorstand mit Erfolg manchen antisemitischen aufreizenden Be-