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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 698

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Berlin
Date
1907-12-01
Page
698 (sequence 7)
Language
German
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698 Im deutschen Reich. Brandenburg, 2 mit voller Beschäftigung, 2 in Hessen-Nassau, und zum erstenmal seit langer Zeit 1 in der Rheinprovinz, an einem städtischen Gymnasium in Köln. Möge das eine gute Vorbedeutung sein, daß auch in dieser Provinz fortan Juden nicht bloß als Seminar- und Probet rndidaten angenommen werden, sondern auch zur definitiven Anstellung gelangen. — Die Kriminalität der Juden erweist sich nach der in dem 176. Bande der „Statistik des Deutschen Reichs" kürzlich veröffentlichten Kriminalstatistik für das Jahr 1905 als eine recht günstige. In den „Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" wird darauf hingewiesen, daß nach dieser Statistik 1905 insgesamt wegen Verbrechen und Vergehen 511519 Christen und 5109 Juden verurteilt wurden, daß sich aber unter diesen Verurteilten bei den Christen 285 195 (44 %) Vorbestrafte, bei den Juden aber nur 3407 (33 %) befanden. Die absolute Kriminalitäts.fiffer der Christen hat gegenüber dem Vorjahre um 3561, die der Juden um 56 zugenommen. Die Steigerung bei den Juden ist auf eine Zunahme der Vergehen gegen die Gewerbeordnung (177) zurückzuführen, was sich aus der Berufsgliederung erklären läßt. Wenn man diese Gewerbevergehen in Abrechnung bringt, haben 1905 bei den Juden sogar 121 Verurteilungen weniger al§ im Jahre 1904 stattgefunden. Eine unerhebliche Vermehrung der Bestrafungen findet sich nur beim Hausfriedensbruch, bei Urkundenfälschung und beim Zweikampf, welch letzterer im Jahre 1905 mit 5 Fällen vertreten ist. Demgegenüber ist eine stärkere Abnahme beim Meineid, beim betrügerischen Bankerott, beim Arrestbruch, bei der Unterschlagung und bei der Beleidigung festzustellen. Wegen Meineids sind nur 2 (1904 9), wegen Arrestbruchs 8 (im Vorjahre 15) Bestrafungen von Juden vorgekommen. Nicht ein einziger Jude ist aber 1905 wegen betrügerischen Bankerotts verurteilt worden. Die Unterschlagungen haben um 38, die Betrugsfälle um 18 und die Beleidigungen um 79 abgenommen. Eine Verringerung der Bestrafungen hat ferner stattgefunden bei Gewalt und Drohung gegen Beamte, Unzucht, Kuppelei, schweren Diebstahl, Erpressung, Hehlerei, Verbrechen und Vergehen im Amte, leichter Körperverletzung. Sehr niedrig sind auch die Kriminalitätszisiern für Münzverbrechen (2), Brandstiftung (2), Wucher (7) und Totschlag (1). Wegen Mordes wurde 1905 kein Jude verurteilt. Für die großen Deliktsgruppen ergibt sich

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