Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 688 (sequence 8)
- Language
- German
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688 Im deutschen Reich. aus Gesellschaften usw. heimkehrten, angeschloffen, die sicherlich auch nichts vom Stichworte der Deutschnationalen gewußt, trotzdem aber sich an der patriotischen Kundgebung beteiligt hätten. An der Sache selbst ändert diese Mitteilung wenig, die auch die Organe des Zenirums nicht hindert, sich an der »Kundgebung deutscher Männer" nachträglich zu weiden. So sagt die ultramontane »Märkische Volkszeitung" in Uebereinstimmung mit dem Hinweis auf die Beteiligung der »begeisterten jüngeren Politiker, von den Stammtischen": »Die Leute vom Verein deutscher Studenten waren in der Wahlnacht die Hauptschreier. Auf jeden Fall aber ist das von der »Deutschen Handelswacht" gemachte Zugeständnis wertvoll, daß die damalige angebliche Volkskundgebung, von der man soviel Aufhebens im Reiche gemacht hat, von einer Gesellschaft junger Leute, die zum allergrößten Teile noch gär nicht wahlmündig waren, veranstaltet worden ist. Früher wurde immer von einer Kundgebung deutscher »Männer" gesprochen. Mit dieser Bezeichnung wird man jetzt wohl etwas vorsichtiger werden." Je mehr die leitenden Staatsmänner sowie die Führer der verschiedenen politischen Parteien von dem demagogischen Treiben der Antisemiten erfahren, desto geneigter werden sie sein, weitere Verletzungen der durch Verfaffung und Gesetz gewährleisteten Gleichberechtigung der Staatsbürger jüdischen Glaubens im Heere wie bei der Besetzung öffentlicher Aemter zu verhindern. Selbst die »Kreuzztg." hat kürzlich erklärt: »In der Tat gibt es unter den vielen Tausenden von Eisenbahnwärtern, Bahnmeistern, Sekretären usw. keinen einzigen Juden, und die zuständigen Behörden werden sicherlich nicht erwangeln, jüdische Meldungen zu berücksichtigen, wenn solche einlausen. Indessen drängen sich die Juden nicht zu diesen bescheidenen Stellen, sondern ausschließlich zu höheren und einflußreicheren Posten und stellen sich erbittert, wenn das Uebermaß ihres Angebotes nicht die genügende Nachfrage findet. Für den Mangel an jüdischen Reserve- und Landwehroffiziere» sind bekanntlich nicht die Militärbehörden verantwortlich. Hier haben die Offizierkorps freie Wahl, welche Einrichtung gerade die jüdischen Interessenten durchaus befriedigen müßte, ha sie in die demokratische Schablone paßt. Oder wünschen die