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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 687

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-12-01
Page
687 (sequence 7)
Language
German
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Umschau. 687 Nachrichten" (Nr. 248) wieder, in dem eS u. a. von dem antisemitischen Verbände heißt, das er »überhaupt in der Bearbeitung der öffentlichen Meinung eine fabelhafte Gewandtheit zeigt. Auch die bekannten Massendemonstrationen vor dem Reichskanzlerpalais und dem königlichen Schloß in der Wahlnacht des vergangenen Winters waren das Ergebnis einer Schar geschickt unter das Publikum verteilter deutschnationaler Handlungsgehilfen. So sind sie auch hier auf dem Arbeiterkongreß die Praktiker der Organisation." Hierzu bemerkt das »Berl. Tageblatt": »Daß die Manifestationen in der Wahlnacht künstlich herbeigeführt worden, mag ja schon mancher geahnt haben — immerhin berührt die bedenkenlose Offenheit, mit der diese Dinge hier eingestanden werden, doch einigermaßen seltsam. Wenn der deutsche Reichskanzler seine nächtlichen Reden vor einer Schar antisemitischer Handlungsgehilfen gehalten, so mag das allenfalls hingehen. Aber wenn man den deutschen Kaiser durch angestellte Claqueure an das Schloßfenster gelockt hat, so ist das der Gipfel zynischer Verwegenheit." Noch deutlicher drückt sich die »Volkszeitung" aus: »Die Antisemiten als patriotische agents provocateur« — ein reizendes Bild! Zu der Hofkamarilla gesellt sich das reaktionäre Demagogentum, der Radauantisemitismus der Straße, um dem Kaiser »spontane Bolkskundgebungen" vorzumachen und an dem falschen Bild, das dem Monarchen über die Volksstimmung geflissentlich vorgeführt wird, nach Kräften Mitzuarbeiten. Und wie sicher sich diese Pseudopatrioten Wien, verrät die zynische Offenheit, mit der das antisemitische Blättchen sich dieser zweifelhafte« Heldentat rühmt!" Um den Eindruck abzuschwächen, den diese Enthüllung auf den Kaiser und den Kanzler machen mußte, hat sich die „Nordd. Allg.-Ztg." beeilt, zu versichern, daß auch begeisterte jüngere Politiker von den Stammtischen nach der Zimmerstraße zur Erkundung des Wahlergebnisses gemeinsam gezogen seien und dort Scharen hochbegeisterter gleichgestimmter Männer vorgefunden hätten. Dem Zuge habe sich auch eine stattliche Anzahl von Damen und Herren, die aus dem Theater,

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