Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-11-01
- Page
- 648 (sequence 11)
- Language
- German
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V4S Jm^deutschen Reich. werden und dadurch einige Monate Arbeit haben. — Reinigung und Desinfektion des Mellah. — Organisierung der Arbeiten zur Säuberung des Innern der Häuser, ihrer Abwaschung mit Karbolwasser, und zum Weißen der Mauern. — Ankauf einiger Esel für die Straßenaufseher im Mellah usw. — Das provisorische Komitee wird sich über die Vorschläge äußern." > Erfurt, 12. Oktober. Die hier erscheinende „Tribüne" veröffentlicht mehrere ihr von einem günstigen Wind auf den Redaktionstisch gewehte Briefe, die beweisen sollen, wie die deutsch-nationalen Handlungsgehilfen, die hier vor den Kaufmannsgerichtswahlen auch jüdische Stimmen nicht verschmähen, über die von ihm Umworbenen denken. In einem Briefe an den Vorstand des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in Hamburg schreibt der Erfurter Geschäftsführer Schambach über eine Versammlung des „Vereins der deutschen Kaufleute", in der ein Herr Grünthal referierte: „G. macht den Eindruck eines Schwindsuchtskandidaten. Nach langen Auseinandersetzungen bekam ich endlich auf 15 Minuten das Wort. Ich ging aber anständig zu Werke, weil eine ganze Reihe kleiner Löhne für unsere D.-H.-V.-Liste stimmen werden.Das Schlußwort benutzte nun Grünthal, um uns (die Deutschnationalen) in einer ganz hinterlistigen und impertinenten Weise anzuöden. Jedes gehässige Mittel war ihm recht. ..." Nach Beendigung dieses Versammlungsberichts fährt Schambach in seinem Briese also fort: „Neu war mir Grünthals eigenes Geständnis, daß er Jude ist, neu, daß er Kollegen Thomas (einen deutschnationalen Beamten. D. R.) als bewußten Lügner bezeichnet habe, von ihm aber noch nicht verklagt worden ist, obwohl er (G.) sich bereit erklärt habe, für etwaige Kosten im voraus Mk. 100 für 4 Wochen bei einer Bank zu hinterlegen, neu, daß die Familienanzeige in der „Handelswacht" im Februar von unserm Mitglied Isidor Sayda, Samotschin, eine jüdische Anzeige sei. Grünthal ist ein ungebildeter, unsympathischer Mann . . . dazu sieht er aus wie eine Leiche. Heil uns! Schambach." In einein anderen Briese an einen Herrn K .... in Hamburg schreibt dieser Herr „Sie sind wohl so gefällig und