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Im deutschen Reich · 1907-10-01 · Heft 10 (Oktober 1907) · p. 595

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 10 (Oktober 1907)
Article
Eckstein [Rezension]
Date
1907-10-01
Page
595 (sequence 2)
Language
German
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Bücherschau- 595 größerer Wichtigkeit, als diejenige anderer kleinerer Fürstentümer, so muß dasselbe auch non dem Verhalten seiner Herrscher, insbesondere des kräftigen und ritterlichen Albrecht Achill Zu den Juden gelten. Dieser Fürst Zeigte sich nicht nur seinen jüdischen Untertanen gegenüber als gerechter und wohlwollender Herrscher, sondern gestattete auch einer großen Anzahl von Juden, welche aus dem Bistum Bamberg LusZuroandern gezwungen war, sich in seinem Lande niederZulasstn. Insofern ist der Große Kurfürst, als er die jüdischen Flüchtlinge aus Oesterreich in der Mark aufnahm, unbewußt den Traditionen eines seiner Vorfahren gefolgt. Daß ihm Albrecht Achill als „Vorbild" gedient, wie Eckstein S. 11 meint, ist freilich nicht Zutreffend, weil im 17. Jahrhundert am Berliner Hofe solche Einzelheiten aus der Vergangenheit der Dynastie sicher unbekannt waren. Wie andere Fürsten seiner Zeit hat übrigens auch Albrecht Achill für seine Gesundheit durch Anstellung eines jüdischen Leibarztes gesorgt. Auch sonst sind jüdische Aerzte im Fürstentum Bayreuth mehrfach nachweisbar. (S. 9. 10, 23). Dagegen wird der Leser der vorliegenden Schrift sicher nicht erwarten, in ihr auch einem jüdischen Hosschachspieler und einem jüdischen Hofmaler bei einem Hohenzollernsürsten des 18. Jahrhunderts zu begegnen. Sie wurden von dem kunstliebenden Markgrafen Friedrich, dem aus Gutzkows „Zopf und Schwert" auch weiteren Kreisen bekannten Gemahl der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, angestellt. In traurigere Zeiten führt uns ein Brief einer anderen Bayreuther Fürstin, der Markgräfin Maria, der ihr Gatte Georg Friedrich die Juden seines Landes geschenkt hatte. Diese schrieb an den Rat der Stadt Culmbach, welcher, vom Konkurrenzneid der Krämer und Handwerker geleitet, in der Stäudeversammlung die Vertreibung der Juden gefordert hatte, im Jahre 1611 unter anderem: Es sei ihr aus guter Quelle „berichtet worden, daß der größte Teil des gemeinen Manns der Landschaft viel lieber sehen, die Juden inner Land zu lassen, sintemal Ihnen etwan ehe, als eben von Ihren Freunden und Christen mit Anlehen willfahret wird, dann dieselbe auszuschaffen." (S. 29.) - Schließlich sei noch aus dem reichen Inhalte der Schrift ein neuer Beweis für die öfters feftgeftetCte Tatsache angeführt, daß die mittelalterlichen Juden, wenn sie auch durch "grausame

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