Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1907)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1907-10-01
- Page
- 581 (sequence 4)
- Language
- German
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EereinSnachrichten. 581 Offizier des Beurlaubtenstandes zu entscheiden. Der bei weitem größte Teil der jüdischen Einjährigen kommt leider überhaupt nicht so weit, daß er an dieser Ecke scheitern kann. Immerhin bringt es eine kleine Anzahl bis Zum Vizeseldwebel der Reserve; von der Wahl irgend eines dieser Aspiranten zum Reserveoffizier hat man in Preußen im letzten Jahrzehnt nichts gehört. Im vergangenen Jahre schien das Kriegsministerium die Absicht zu hegen, eine Aenderung des Wahlmodus nach der Richtung hin herbeizuführen, daß für die Wahl derjenigen Aspiranten, die sich unmittelbar nach Beendigung der Uebung B zur Wahl stellen, das aktive Offizierkorps zuständig werden solle. In der konservativen und antisemitischen Presse erhob sich ein starker Widerspruch: man warnte „vor der Zerstörung bewährter militärischer Einrichtungen, nur um die wertvolle Kraft der jüdischen Einjährigen für das Offizierkorps zu gewinnen". Sollten diese Darlegungen an maßgebender Stelle den gewünschten Eindruck gemacht haben? Wenn in den Armeen anderer Länder, z. B. in Frankreich, Oesterreich und England eine große Anzahl jüdischer Offiziere mit Anerkennung ihren Posten ausfüllt, wenn das uns verbündete Italien Jahre lang an der Spitze seiner Heeresverwaltung einen General jüdischen Glaubens „ertragen" konnte, wird man in Deutschland nicht vor der Ernennung geeigneter jüdischer Soldaten zu Offizieren des Beurlaubtenstandes zurückzuschrecken brauchen. Das wäre zugleich ein naheliegendes und zweckmäßiges Mittel, dem Mangel an Reserveoffizieren abzuhelsen." Die „Diepholzer Kreiszeitung" veröffentlichte am 18. Juli d. Js. unter der Spitzmarke „Schwester Karl" nachstehenden Bericht aus Eldagsen: „Der hiesige Vaterländische Frauenverein hatte eine Krankenpflegerin angestellt, die sich durch ihr bescheidenes Auftreten die Sympathien aller erwarb. In letzter Zeit kamen jedoch krasse Eigentümlichkeiten zum Vorschein, so daß man nicht umhin konnte, ihnen auf den Grund zu gehen. Namentlich ein Fräulein hatte sehr unter der Zudringlichkeit dieser Schwester zu leiden, weshalb es die Sache zur Sprache brachte. Sehr rasch häuften sich jetzt diese Art Beschwerden, und „Schwester Käthe" wurde sofort entlassen. Nunmehr stellte es sich heraus, daß diese „Schwester Käthe" eigentlich gar keine