Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-10-01
- Page
- 573 (sequence 9)
- Language
- German
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Umschau. 573 Krösell „Mittelstand". Dieses berichtet unter der Spitzmarke: „Das Unglück, einige Güter zu besitzen". „Der Rittergutsbesitzer W. v. Treuenfels-Lenschow, der sich vergeblich um eine Abbestellung oder wenigstens Aufschiebung der Manöver im Mecklenburgischen wegen der in diesem Jahre für die Erntearbeiten so überaus ungünstigen Witterung bemühte, macht seinem Aerger über seine erfolglosen Bemühungen jetzt in einer großen, in der „Norddeutschen Post" in Parchim veröffentlichten Anzeige Luft, die wie folgt lautet: „Gutsverkauf. Da die Militärbehörde die Gegend, in der ich das Unglück habe, einige Güter Zu besitzen. Zu den Herbstübungen scheinbar nicht entbehren kann — da dieselbe aus den Vorschlag, meine Güter als Truppenübungsplatz anZukaufen, nicht hat eingehen wollen — da die mit Einverständnis eines großherzoglichen Ministerii gestellten Anforderungen an weine und meiner Güter Leistungsfähigkeit mir unerfüllbar und unerträglich erscheinen, ein Wandel aber nicht Zu erhoffen ist, so habe ich mich entschlossen, meine Güter, die ich 35 Jahre mit viel Liebe und Fleiß und ich darf wohl sagen, auch mit einigem Erfolg bewirtschaftet habe, für jeden mir annehmbar erscheinenden Preis Zu verkaufen. Der Tag, an welchem ich den mecklenburgischen Staub werde von meinen Pantoffeln schütteln können, wird Zu den freundlichsten meines Lebens gehören. August 1907. W. von Treuenfels-Lenschow." Dazu bemerkt die Redaktion des „Mittelstand": „Herr v. Treuenfels ist einer der reichsten Großgrundbesitzer des Landes; er besitzt nicht nur in Mecklenburg einige der wertvollsten Güter, sondern auch noch im Königreich Sachsen. Er ist ein Verwandter des konservativen Reichstagsabgeordneten gleichen Namens." . Daß es sich hierbei nicht um einen unbedeutenden EinZelfall handelt, läßt sich dem kürzlich erschienenen, von dem Oberst Z. D. Schreiber erstatteten Jahresbericht der Geschäftsstelle des Deutschen Ostmarkenverems entnehmen. Darin wird gesagt: „Der Staat wird durchgreifende Maßnahmen treffen müssen. Das wird nur durchführbar sein, wenn das gesamte Deutschtum mitarbeitet. Aber vorläufig halten sich die reichen Leute Zurück, die Gutsbesitzer und di; höheren Schichten der Bevölkerung ebenso. Die Beamten allein können die Last der Landes-