Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1907)
- Article
- Ein weißer Rabe im "Verein deutscher Studenten"
- Date
- 1907-10-01
- Page
- 547 (sequence 1)
- Language
- German
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Ern wertzer Rabe ist „Berein deutscher Studenten". 54? Km weißer Wabe im „Verein Deutscher Studenten". »ei dem 25. Stiftungsfeste des Bonner Vereins Deutscher Studenten hat Professor Dr. D. Meinhold (A. H. Greifswald) in der von ihm gehaltenen Festrede Grundsätze dargelegt, die, wenn die Vereine Deutscher Studenten sie sich zu eigen wachten, sie künftig verhindern würden, Schleppenträger der antisemitischen Parteien zu sein. Diese auf Wunsch des Bonner Vereins am 16. August d. Js. als Leitartikel der „Akademischen Blätter" veröffentlichte Programmrede erschien dem neuen Redakteur der Zeitschrift des Kpffhäuser-Verbandes der Verein Deutscher Studenten, Dr. Bergströßer, doch so wenig mit der bisherigen stramm-antisemitischen Tendenz des von ihm übernommenen Organs vereinbar, daß er sich gedrungen fühlte, in einer Fußnote ausdrücklich zu erklären, es sei hierin keine prinzipielle Kundgebung der neuen Redaktion zu erblicken; solche grundsätzlichen Kundgebungen wolle er überhaupt in der Hoffnung vermeiden, daß durch das Hervortreten aller Meinungen die Freude am Verbände nur gehoben werde. Ob die Kundgebung des Bonner Festredners die nachhaltige Folge haben wird, die antisemitische Tendenz der Vereine Deutscher Studenten abzuschwächen, bleibt abzuwarten. Professor Dr. D. Meinhold ist kein Philosemit; er geht auch in seiner Rede davon aus, daß seiner Meinung nach die Bewegung der Vereine Deutscher Studenten berechtigterweise eine antisemitische gewesen sei, es aber nicht bleiben könne, weil niemand dauernd von der Negation sich zu erhalten vermöge. Aus diesem Grunde hätten schon viele Verbandsmitglieder auf die Ergänzung des antisemitischen Prinzips durch das christliche hingedrängt. Es gelte aber doch hauptsächlich, den eigenen deutschen Sinn durch das bewußte und klare Herausarbeiten des spezifisch Deutschen in allen Dingen zu kräftigen und durch eine gesunde politische Tätigkeit jede Fälschung des deutschen Charakters zu verhindern. Der Redner führte dann weiter aus: „Darüber