Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 9 (September 1907)
- Article
- M. S., Stettin
- Date
- 1907-09-01
- Page
- 528 (sequence 1)
- Language
- German
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M. S., Stettin. Das Kapitel „Antisemiten unter sich" ist ein fast unerschöpfliches, denn diese Herren kennen einander wie „der Wassermann und die Nixe" in dem bekannten Gedicht. Hans v. Mosch, Deckofstzier und Großmeister des Bolksbundes a. D. versandte an die Presse nachstehende Zuschrift: „Es ist nicht wahr, daß ich in der „Deutschen Hochwacht", G. m. b. H., oder im „Deutschen Volkskunde" irgendwelche große oder kleine Unterschlagungen verübt habe; wahr ist dagegen, daß ich mein ganzes Vermögen infolge schmählichen Vertragsbruchs sogenannter Antisemiten verloren habe, und daß ich durch gemeine Intrigen sogenannter „Bundesbrüder" aus meiner Stellung hin ausgedrängt worden bin." — Ihren ehemaligen Bundesoruder, Prof. Paul Förster kanzelt die antisemitische „Deutsche Reform", Oswald Zimmermanns, mit folgenden Worten ab: „Wenn Professor Förster die bei ihm ja wenig ernst zu nehmende — Unverfrorenheit besitzt, die Behandlung der Mittelstandsfrage in der damaligen Partei wieder als „leeres Gerede" zu bezeichnen, so müssen wir ihm kurz erwidern: wenn er von der gründlichen Behandlung der Mittelstandsfrage in Wort und Schrift durch die Reformpartei seinerzeit nichts gemerkt und begriffen hat, so ist das seine eigene Schuld, aber nicht die der Partei. Förster liefert mit seinen langatmigen Ausreden nur einen neuen Beitrag zu feiner Charakteristik. Da er sich anscheinend auf dem Wege der Besserung befindet, so wünschen wir ihm weitere Heilung. Durch seinen Streich bei der letzten Reichstagswahl in Friedeberg - Arnswalde ist er politisch völlig entwertet. Vielleicht kommt auch darin noch für Pros. Förster der Tag von Damaskus." — Daraus erwidert die Stettiner „Deutsche HochwachL" als Organ des antisemitischen VoLksbundes: „In recht übler Weise erlaubt sich die Dresdener „Deutsche Reform", Herrn Pros. Paul Förster anzurempeln. Sie behauptet, wenn Förster seinerzeit nichts von der gründlichen Behandlung der Mittelstandsfrage in der damaligen DeuLfchsozialen Reforrnpartei gemerkt habe, so ser das seine Schuld. Soweit bleibt die „Reform" im Rahmen sachlicher Erörterung. Dann aber erlaubt sie sich die Ausdrücke: „bei ihm (Förster) wenig ernst zu nehmende Unverfrorenheit" — „wir wünschen ihm weitere Heilung" usw. Das ist eine Form der Polemik, die wir selbst von Herrn Zimmerwann