Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 9 (September 1907)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- 524 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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524 Im deutschen Reich. am 2. Januar d. I. kurz vor dem Abgang desselben erfolgte- B. erklärte nun Zu Protokoll, daß ihm nicht das Geringste geschehen sei, und daß er entschieden bestreite. Zu irgend jemand die angeführte Aeußerung getan Zu haben. Einige Tage später gelang es aber, die Person ausfindig Zu machen, der Brotkorb die von ihm erfundene Geschichte erzählt hatte. Es wurde nunmehr der Kgl. Staatsanwaltschaft in Neiße AnZeige erstattet und von dieser zunächst die polizeiliche Vernehmung eines Falkenberger Restaurateurs angeordnet, der als Verbreiter der Gerüchte festgestellt weroen konnte. Am 8. August d. I. ist nun vor dem Schöffengericht in Falkenberg gegen den Kutscher Brotkorb wegen verleumderischer Beleidigung des Kaufmanns Arthur Gedalje verhandelt worden. Der Angeklagte, der Zu den früher angesetzten Terminen nicht erschienen und dessen zwangsweise Vorführung beschlossen worden war, bestritt, diese Gerüchte in Umlauf gesetzt zu haben. Er wurde indessen durch die Zeugen derart belastet, daß, entsprechend dem Anträge des Amtsanwalts, der die Handlungsweise des Brotkorb als nichtswürdiges, gemeines Bubenstück charakterisierte, seine Verurteilung za 8 Wochen Gefängnis erfolgte. Dem Beleidigten wurde die Befugnis zur Publikation des Urteils Zugesprochen. Brotkorb hat gegen letzteres Berufung eingelegt. Der Magistrat von Freienwalde a. Oder hat sich auf Betreiben des Tierschutz-Vereins Zu Frankfurt a. O. mit der Frage des jüdischen Schlachtens befaßt. Nach Einsicht der ihm auf Veranlassung des Central - Vereins überreichten Gutachten - Sammlungen re. über das jüdisch - rituelle Schlachtverfahren hat aber der Magistrat — weil hiernach Bedenken gegen die Methode des jüdischen Schlachtens nicht erhoben werden können — beschlossen, ein SchächLverbot nicht Zu erlassen, das auch aus kommunalen Gründen für die Stadt Freienwalde a. Oder ungeeignet wäre. Dem am 4. Juni d. I. verstorbenen langjährigen Vorsteher der unserm Central-Vereine korporativ angeschlossenen Synagogengemeinde Hoppstädten, Herrn' Elias Weil, hat der jüdische Landes-Gemeinderat des Fürstentums Birkenfeld, dessen stellvertretender Vorsitzender der Verblichene war, einen