Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert [Rezension]
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 465 (sequence 2)
- Language
- German
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Büchäfchau. 465 Slaoen, Wenden, Kelten, Juden usw., und aus dem komplizierten Gemisch wird durch bestimmte geschichtliche Umstände das Deutsche Reich. Wir sind also glücklich jenseits jener Raffenorthodoxie, wie sie fast schon zu einer wissenschaftlichen Modekrankheit geworden ist. Unser Autor hat sich durch die glänzenden Aussprüche Gobineaus und blendenden Einfälle von Chamberlain nicht beirren laffen. Jhm bedeuten die ethnischen Gegensätze, wie sie das heutig; Deutschland enthält, eine wesentliche Förderung für die ökonomische Daseinsgestaltung. In dieser germanisch-keltisch-slavischen Bevölkerung Deutschlands bilden die Juden in ihrer Eigenart den Sauerteig, der nötig ist, damit das Mehl des Völkergemischs den rechten Kuchen gebe: si ls jnik n'existait xas,!1 fmdra.it l’inventer: gäbe es in Deutschland feine Juden, man müßte sie erfinden, das ist die These, die S. in ruhiger, wissenschaftlich abgeklärter, aller Tagespolemik entrü'kter Beweisführung zu begründen sucht. Zunächst stellt er die typischen Charakterzüge dec Juden im Hinblick auf das Wirtschaftsleben fest: das Vorwolten des Willens, den Eigennutz und die Abstraktheit ihrer Geistesbeschaffenheit. Die ihm eigene Zähigkeit befähigt den Inden, im eminenten Muße eine große dynamische Wirkung auszuuben und ans kleinen Anfängen allen Widerständen zum Trotz ein stolzes Gebäude aufzuführen. Ihn fördert der starke Familiensinn, ihm nützt seine Nüchternheit, ihm hilft sein praktischer Sinn Merkwürdig, wie im jüdischen Stammcharakter neben dem gewaltigsten Idealismus einer rigorosen Selbstlosigkeit eine stark realistische Denkweise sich findet. Aus der einen Seite die prophetische Begeisterung für die höchste Ethik und ein altruistischer Opferuiat, der alles seinen Träumen hingibt, und dem gegenüber als natürliche Reaktion in der Stammesseele der nüchterne Blick auf allen Gebieten des Erwerbes. Hier Prophet und Märtyrer und ^art Jndustrirritter und Virtuose der Reklame. Was dcn Juden aver vollends befähigt, eine nationalökonomische Führecrolle zu wiclen, ist s:ine abstrakte Veranlagung. Ihr dankt er seine Religion, den ethischen Monotheismus wie die Fähigkeit zu den schwierigen Operationen aus dem Geldmärkte.. Wir können nun neilichhier un'ere Bedenken gegen diesen geistreichen Deutungsoersuch nicht unterdrücken. Daß der Jude zu Geldgeschäften geschickt ist. erklärt die Geschichte zur Genüge. Man hat die Inden im Mittelalter systematisch dazu abgerichtet, im Gelde Bror und