Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 451 (sequence 2)
- Language
- German
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BereknSrrüchrichten. 451 ab, für sch die tatsächliche Gleichstellung mit den übrigen Bürgern zu fordern. Der Verein ist, wie p olitisch, so auch religiös neutral, tritt aber, wenn Lehren oder Einrichtungen des Judentums gehässig angegriffen werden, für deffen Bekenner ein. Die ganze praktische Wirkamkeit des Vereins ist von dem ethischen Bestreben getragen, die deutschen^ Juden autk ihrem schwächlichen Kleinmut auszurütteln und zu charakterstarkem Selbstbewußtsein zu erziehen. Mt der Aufforderung zum Beitritt schloß der Redner sein durch Wärme und Eindringlichkeit ausgezeichnetes Referat. Der Beifall war laut und aufrichtig, und der Aufforderung zum Beitritt wurde von den anwesenden Gästen fast ausnahmslos Folge geleistet.'' Vor wenigen Wochen haben in geistiger und körperlicher Frische zwei in den weitesten Kreisen verehrte und auch um unsere Vrreinssache hochverdiente Rabbiner ihr achtzigstes Geburtsfest gefeiert, am 24. Mai Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. Wolf Feilchenseld in Posen, am 3L Mau.Herr Landes- Rabbiner Dr. Fabian Feilchenseld in Schwerin in Mecklenburg. Beide sin!» an ihrem Geburtsfeste durch viele Ovationen erfreut worden und haben vom Vorstände des Central-Vereins schriftliche Glüikwünsche empfangen. Unter den Deputat! inen, die bei Herrn Gemeinde-Rabbiner Dr. Feilchenseld in Posen zur mündlichen Gratulation erschienen, befand sich auch ein; Abordnung unseres Posener Lokalkomitees. Dem Jubilar wurden an seinem Ehrentag; durch Herrn Polizei-Präsidenten v. Hellmarn der Rote Adlerorden 4. Klaffe überreicht. Herr Lanves-Rabbiner Dr. Feilchenseld in Schwerin, der von seinem Landesherrn bereits b:i früherer Gelegenheit eine Dekoration empfangen hat, wurde an seinem achtzigsten Geburtstage durch einen Vertreter der Grofcherzoglichen Regierung persönlich beglückwünsch!. Durch das am 23. Juni erfolgte Hinscheiden des Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Emanuel Mendel hat unser Verein einen tiefschmerzlichen Verlust erlitten. Die wissenschaftliche Bedeutung des im 68. Lebensjahr dahing rschndenen berühmten Psychiaters und Nervenarztes ist allseitig anerkannt worden. Auch auf politischem Felde betätigte er sich als freisinniger Reichslagsabgeordneter während zweier Legislaturperioden und mehrmals als Abgeordneter des Kreistags von Nieder-