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Im deutschen Reich · 1907-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1907) · p. 435

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1907)
Article
Berlin
Date
1907-07-01
Page
435 (sequence 4)
Language
German
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Korrespoudenzes. m ringerung der Zahl der jüdischen Lehrkräfte usw. eingehend beraten. Da über diese Angelegenheiten die Schuldes utation, oder die Gemeindebehörden bisher allein entschieden haben, ferner die Schuldeputation und die Gemeindebehörden in aller: Schulangelegenheiten zu einer ganz überflüssigen Behörde herabsinkim würde, wenn das Provinzial-Schulkollegium in allen diesen: Dingen allein zu verfügen hätte, und um den Rechtsstandpunkt zu wahren, ist von der Schuldeputation beschlossen worden, den Magistrat zu ersuchen, gegen diese Verfügungen an den zuständigen Stellen Einspruch oder Beschwerde zu erheben. Das „Berliner Tageblatt"' bemerkt dazu: „Es ist zu wünschen, daß sich der Magistrat dieser Sa,he mit aller Entschiedenheit annimmt. Es ist leider nicht das erste Mal, daß das Provinzialschulkollegium sich solcher allzu weitgehenden Auffassung seiner Pflichten zuneigt. Um so energischer sollten die städtischen Behörden dagegen Front machen"'. Weit schärfer urteilt der „Vorwärts", der sich dabei über „die vielgerühmte Selbstverwaltung der Gemeinde" mit bitterer Ironie äußert, die durch solche Verfügungen eine von deren Urhebern wohl kaum gewünschte Wirkung ausüben muß. — Die „Schleswig-Holsteinische Volkszeitung" schreibt: „Das ist das Selbstverwaltungsrecht der liberalen Aera. Das Kostbarste an dem Mas Studts ist aber sein urwüchsiger derb-antisemitischer Einschlag. Die Zahl der jüdischen Lehrer soll verringert werden; das ist die Folgeerscheinung der konfessionellen Schulgesetzgebung. Hier zeigt sich besonders deutlich, in welchem haarscharfen Gegensatz zur preußischen Verfassung diese konfessionelle Gesetzgebung steht. Nach der preußischen Verfassung sind alle öffentlichen Aemter jedem Staatsbürger zugänglich, der die hierzu erforderliche Befähigung be'itzl. Die jüdischen Lehrer Berlins aber sollen dezimiert wer)en, nicht weil ihnen die Befähigung zu ihrem Amte fehlt — den Nachweis dieser Befähigung haben sie durch Prüfung und Praxis erbracht — sondern einfach deshalb, weil sie Juden sind. Die staatsbehördliche Verfügung spricht das mit einer schönen Osfenheit aus, die einen Grafen Pück.er zieren würde." Unter dem Vorsitze des Geheimrats Goldberger hat hi,r am 2. Juni die zahlreich besuchte Generalversammlung d,s Lokalkomitees Berlin der Alliance israelite nn.-

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