Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 430 (sequence 12)
- Language
- German
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430 Im deutschen Reich. ausreizr: .Der Samen für unsere Revolution befindet sich nicht auf russischem Boden, sondern jenseits unserer Grenze; sicher wird diese Revolution in der Hauptsache von unseren dortigen äußeren Feinden geleitet, welche alle Kräfte anstrengen zur Schwächung der russischen Macht. Und sie richten den Schlag gerade aus deren Herz: sie bemühen sich, unser herrliches Heer zum Treubruch zu verführen." Bei Besprechung des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums des Treioundes schildert die noch einflußreichere .Nowoje Wiemja" in aushetzender Art, wie ausschließlich eigennützig Deutschland vorgegangen sei, wie es Lesterreich-Ungarn mit Rußland, Italien mit Frankreich entzweit habe, sich allein zum Nutzen, den verbündeten Mächten zum Schaden. Dabei sei anfangs noch, als ein Meisterstück der Staalskunsi, das Drei-Kaiser-Verhältnis aufrecht erhalten worden. .Aber endlos konnte dieses doppelzüngige Spiel nicht fortgesetzt werden. Rußland erkannte zuerst die traurige Rolle, welche e§ nach dem Willen seines schlauen Nachbarn spielte." Wie derartiges wirkt, geht daraus hervor, daß einer der bäuerischen Dumaabgeordneten beim Zaren die Entfernung der Deutschen verlangte, damit der russische Bauer durch sie nicht weiter leide und Friede im Lande sei. Die Behauptung einzelner deutschen Antisemitenblätter, daß das Vorurteil gegen Deutschland von dem Judenhaß herrühre, wird nicht nur dadurch widerlegt, daß das Gebühren der russischen Presse von der nichts weniger als judensreundlichen .Täglichen Rundschau" beleuchtet wird, sondern auch dadurch, daß weder die russischen noch die deutschen Juden in der Lage waren, einen nennenswerten Einfluß auf das Verhältnis Deutschlands zu Rußland auszuüben. Was die deutschen Juden tun könnten, um ihren Glaubensgenossen in Rußland zu besserenVerhältnissen zu verhelfen, und sich selbst vor fast unausbleiblichen materiellen Verlusten zu bewahren — das ist, sich auch durch einen scheinbar noch so großen Geldgewinn nichr wieder dazu verlocken zu lassen, den jetzigen Verwalrern des russischen Staates Geldmittel anzuvertrauen, die mindestens zum Teil in die Taschen derer fließen würden, die den Zaren davon abhalten, verfassungsmäßig zu regieren und seine nach Millionen zählenden jüdischen Untertanen gegen Plünderungen und tätliche Mißhandlungen zu schützen. Tieftraurig ist es, daß die meisterhaft operierende russische Diplomatie durch manche der ausländischen Handelswelt als vorteilhaft