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Im deutschen Reich · 1907-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1907) · p. 425

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-07-01
Page
425 (sequence 7)
Language
German
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Amscharr. 425 soziale und kulturelle Werke geschaffen werden." Das müssen sich die deutschen Katholiken von diesen literarischen Kommis der jüdischen Radikalenbieten und gefallen lassen!" Ter in Karlsruhe erscheinende »Badische Beobachter" wendet sich scharf gegen eine Notiz der »Frankfurter Zeitung", in -er er eine Verspottung der folgenden Erklärung des Madrider »Jmparciel" über die Wunder der „Yirgen del Pilar“ in Saragossa erblickt: „Wem es an dem nötigen Reisegeld gebricht, der kann die Pilgerfahrt auch im Geiste unternehmen und braucht nur einen entsprechenden Betrag als Almosen an die Kirche zu entrichten." Dazu bemerkt das badische Blatt: »Dies empört ganz besonders von einem Blatt, das nun einmal mit dem ungläubigen Judentum in enger Fühlung steht. Wir wissen ganz genau, daß Angehörige der mosaischen Religion, die noch gläubig sind, solche impertinente Ausfälle gegen die christliche Kirche sehr mißbilligen. Aber die »Frkf. Zjg." scheint es darauf abzusehen, das antisemitische Vorurteil, das vielfach in christlichen Kreisen vorhanden ist, zu schüren und zu zeigen, daß es nicht ganz unberechtigt ist." Dieses Vorurteil wird aber nicht von den mit Unrecht zu »Judenblättern" gestempelten freisinnigen Blättern, sondern von der ultramontanen Presse geschürt, die das ihr doch als »unbeuechtigr" bekannte Vorurteil trotzdem dazu mißbraucht, den politis chen Gegner zu treffen, den dies kaum berührt, während es den unbeteiligten Juden schadet. Wenn die Zentrums-Blätter selbst bekennen, davon überzeugt zu sein, daß die religiös-gesinnten Juden Ausfälle gegen die christliche Kirche mißbilligen — warum machen sie denn dann bei jeder Gelegenheit, wenn hnen von liberaler Seite etwas gegen den Strich geht, Ausfälle gegen die Juden? Die »Augsburger Ipofisci; ung' weiß auch, daß im Nürnberger Magistrat neben 44 Protestanten und 10 Katholiken nur 4 Juden Sitz und Stimme haben; sie emblödet sich aber nicht, bei ihrem Zetern über eine aus Verkehrsgründen erlassene Verordnung gegen eine zu weite Ausdehnung der Fronleichnahms-Prozession den widersinnigen Sa; einfließrn zu lassen: »Hahn im Korbe ist das jüdische Clemens; es ist im Magistrat von jeher besser vertreten, als die Katholiken." — Weiß das Zentrumsblatt nicht, daß Papst Pius einem damaligen Magistratsmitglied jüdischen Glaubens 'nachgerühmt hat, is ei der einzige Christ im Magistrat Roms gewesen?

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