Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Politische Arbeit
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 396 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316753-2316761-2338538--16579-2338622- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Im deutschen Reich ISVT, schon nach einem Jahrzehnt Tausende von Mitgliedern; das verpflichtete ihn, immer mehr zu leisten und man stellte immer neue Anforderungen an ihn. Daß zum Kriegführen Geld gehört, mar eine Binsenwahrheit, der man sich verschließen zu können glaubte, weil man absichtlich oder unabsichtlich Einnahmen überschätzte, die bei dem niedrig bemessenen Mindestbeitrag der Einzelmitglieder sich nur aus durchschnittlich 3 Mark stellen und kein großes Erträgnis liefern können, auch durch die sehr mäßigen Beiträge von etwas mehr als 100 korporativ angeschlossenen Gemeinden, die aber nicht zu den leistungsfähigeren gehören, nicht wesentlich erhöht werden. Wenn dies auch eine genügend umfassende politische Tätigkeit nicht möglich machte, ist eine sich in gewissen Grenzen haltende und doch zum Teil erfolgreiche politische Arbeit von dem Central-Berein bereits seit Jahren bei Reichstags-, Landtags- und Gemeindewahlen durch seine Vorstandsmitglieder und viele seiner Vertrauensmänner geleistet worden. So weit es die vorhandenen Mittel zuließen, wurden die gegen Antisemiten ausgestellten Kandidaturen durch Verbreitung von Flugschriften, bare Zuschüsse zu den Wahlkosten u. a. m. unterstützt. Tie Aussendung von eigenen Wanderrednern des Central- Vereins mußte bei der Unzulässigkeit des Anschlusses an e:ne einzelne politische Fraktion selbstverständlich eine begrenzte sein. Tie Begründung oder Unterstützung philosemiltscher Zeitschriften hatte sich nach einem einzelnen Versuche als untunlich erwiesen. Unter solchen Umständen konnten glänzende Erfolge nicht erzielt werden und der Einfluß des Eentral-Vercins nicht blendend in die Erscheinung treten. Turin erblickten wir kein Unglück; wohl aber wäre es unheilvoll gewesen, wenn der Verein, als eine Vereinigung von Männern der verschiedensten politischen Richtungen versucht Hütte, für eine einzelne politische Fraktion Partei zu ergreifen. Tas durste nicht geschehen, weil sonst der politische Barieihader wieder auseinander treiben konnte, was die Notwehr gegen die antisemitischen Feinde geeint hatte. Für einen Abwehrvereiu von der Art des Central-Vereins durfte es bei poliri'-chen Wahlen keine andere Losung geben als die: „Gegen d er. t n , der nicht nur der Feind der Juden, oei bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung ist, der auch den zufriedenen Mittelstand UN-