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Im deutschen Reich · 1907-06-01 · Heft 6 (Juni 1907) · p. 378

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 6 (Juni 1907)
Article
Offenbach
Date
1907-06-01
Page
378 (sequence 2)
Language
German
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378 Im deutschen Reich. sie aber in dem jetzigen Fahrwasser weiter segeln, werden jüdische und vorurteilsfrei gesinnte christliche Geschäftsinhaber sich vor diesen verschämt-antisemitischen „Nationalen" hüten müssen. Der „Hess. Liberalen Wochenschrift" wird berichtet. „Vor der Stichwahl wurde der antisemitische Landtagsabgeordnetlr Hirsche! in den von den Sozialdemokraten herausgegebenen Flugblättern in der schärfsten Weise angegriffen. Er wurde darin Zweiseelenwensch genannt, und es wurde ihm vorgeworfen, daß er sich geweigert habe, an der Gerichtsstätte zu erscheinen, um sich von dem Vorwurfe der Unterschlagung zu reinigen. Man durfte mit Recht gespannt sein, ob Hirsche! diese Vorwürfe auf sich sitzen lassen würde. Hirsche! klagte. Seitens der Sozialdemokratie wurde alles aufgeboten, um vor dem Friedberger Schöffengericht die Wahrheit der Behauptungen zu erweisen. Als Zeugen sollten Graf Oriola, Oekonomierat Schlenke, Molkereidirektor Wißmann-Frankfurt erscheinen Im entscheidenden Moment zog Hirsche! aber durch seinen Rechtsanwalt v. Helmolt die Klage zurück. Kann man ihn noch ernst nehmen? Wer solche Beschuldigungen auf sich sitzen läßt, hat jedenfalls keinen Anspruch wehr darauf." Briefkasten der Redaktion. C. 91., Berlin. Daß die beiden publizistischen Organe des „Vaters des Antisemitismus", v. Stöcker, ^Staatsbürger- Zeitung" und „Reich", trotz der frommen Askese ihrer Herausgeber und Redakteure und trotz ihrer Jerewiaden über die angeblich verderbliche Wirkung jüdischer Einflüsse, sich aller Vorurteile entledigen, wenn sie gewisse Produkte der leichtgeschürzten Muse fleißiger jüdischer Inserenten zu beurteilen haben, zeigen ihre Besprechungen der Novitäten des Herrenfeld-Theaters. „Es lebe das Nachtleben, Folgen einer Separee-Affäre" betitelt sich nun das Produkt der Herrenfeldschen Muse. Wie schon der Name verrät, bringt uns die Handlung eine Reihe der pikantesten und interessantesten Szenen aus dem Großstadtleben." Diese Empfehlung war in der

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