Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 364 (sequence 11)
- Language
- German
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364 Im deutschen RetH. gelenkt hätten. Als kürzlich in der Duma der von dem Ministergehilfen Makarow in allen wesentlichen Punkten als richtig bestätigte Kommissionsbericht über die Folterungen politischer Gefangener in den Gefängnissen und Arresthäusern der Osts eeprovinzen vom Abgeordneten Pergament verlesen rvurde> erfuhr die russische Volksvertretung, daß in Riga eine besondere Kommission zur Erpressung von Geständnissen gebildet worden war, die der Gouverneur mit dem Recht ausgestattet hatte, politische Angeklagte ohne gerichtliches Verfahren zu Löten. Das grelle Licht, das durch den Bericht aus die grauenhaften Folgen einer wüsten Beamtenwillkür gefallen ist, konnte auf den russischen Ministerpräsidenten ebensowenig wie auf die Reichsduma ohne Einfluß bleiben. Die Satrapenwirtschast kann und wird in Rußland nicht weitergehen, und wenn dort erst die Notwendigkeit zur Menschlichkeit zwingen wird, kann auch den Juden die Gleichberechtigung nicht mehr versagt werden. Dadurch wird aber das schwerbetroffene russische Reich ein Kulturelement gewinnen, das ihm bisher gefehlt hat, dessen Wert es um so mehr erkennen wird, als das allgemeine Kulturniveau dieses Staates durch eine knechtische Herrschaft, eine schauderhafte Verwaltung und zahlreiche Unglücksfälle tief gesunken ist. Auch Rußland hat bessere Juden, als es verdient; es soll sie nur erst kennen lernen. Auch von ihnen gilt, was Goethe von allen Menschen sagte: „Die Juden meidet nur, wer sie nicht kennt, und wer sie meidet, wird sie bald verkennen!" A. L. Uereinsrmchrichte«. fn der von der Berliner Gruppe 8., 80. und 0. am 24. April im „Deutschen Hofe" abgehaltenen Versammlung, die der Vorsitzende, Herr Dr. Max HolZmann, eröffnete, hielt Herr Prediger Dr. Bleichrode einen Vortrag über „Die Stellung der Frau nach Bibel und Talmud." Der Redner bezeichnete es als eine Notwendigkeit, die vielfach aufgestellte, aber durchaus unrichtige Beüauvtuna m widerleaen. dak das.